Wednesday, 30 June 2010

Yoga hilft gegen Aggressionen


Vor dem Supermarkt möchte ich auf einen der letzten zwei noch freien Parkplätze einparken. Ein anderes Fahrzeug parkt in einen der beiden freien Plätze ein. Als der Fahrer aussteigt, schreie ich ihn unkontrolliert, hasserfüllt und in blinder Wut an. Es ist wie ein Reflex. Mir gefällt etwas nicht, ich kann mich nicht kontrollieren und brülle. Dabei nutze ich eine sehr bunte Sprache. Damit nicht genug, renne ich auf ihn zu und brülle ihn noch lauter an. Der andere Autofahrer, mein Feind, soll richtig Angst bekommen. Nur so kann man anderen eine Lektion erteilen.

Die hat sie doch nicht mehr alle. Ganz genau. Hätte ich das jemals so gemacht, würde ich mich heute noch schämen.

Auf geht es zum Yogastudio. Was für ein Zufall. Da sind ja noch zwei freie Parkplätze gleich vor der Tür des Studios. Ich parke meinen Wagen ein und steige aus. Aus einem nahe stehenden Fahrzeug trommelt umgehend eine ganze große Auswahl der allergrauseligsten Schimpfworte in bellender Lautstärke auf mich ein. Hiermit meine ich nicht etwa Bezeichnungen wie 'Armleuchter', 'blinde Nuss' oder ähnliches. Alle Begriffe begannen mit einem F***. Verblüfft bleibe ich stehen. Der Fahrer wollte in eine der zwei freien Lücken und glaubt nun, dass dies nicht mehr geht. Aus welchem Grund auch immer. Ein weiter Parkplatz neben meinem ist noch frei. Seine Freundin, die Beifahrerin ist ebenfalls außer sich, sie steigt aus, rennt auf mich zu und schreit drauf los. Sie verfügt über ein noch breiteres Repertoire an Schimpfwörtern.

Ich mache das einzig Gescheite in so einer Situation, die mir hier so oder ähnlich öfter im Straßenverkehr passiert. Ich drehe mich um und mache mich auf den Weg ins Yoga Studio. Als ich den Raum betrete, begrüße ich die ungefähr fünfzehn Anwesenden mit einem 'Hallo'. Nur mal so, keiner antwortet.

Ruhig bleiben. Keiner meint das persönlich. Das ist einfach so. Gut, dann breite ich mal meine Yogamatte aus und beginne mit meinen Aufwärmpositionen. Die Lehrerin ermuntert die Gruppe schon bald darauf die Sonne zu grüssen, wie ein Fisch im Wasser zu schwimmen, sich wie ein Blatt einzurollen, wie eine Heuschrecke zu fliegen, sich wie eine Kobra aufzubäumen und die Beine im Schulterstand hoch zu strecken (in der Grundschule nannten wir das Kerze). Schnell verbiege ich mich noch kurz zu einem Pflug um dann in der 'Totenstellung' alles erlebte noch mal zu verdauen.

Yoga hilft wirklich gegen Aggressionen. Ich fühle mich viel besser und habe den Vorfall lange vergessen. Auf dem Heimweg muss ich im Wagen richtig lachen. Ich stelle mir vor, sollte mich mal wieder irgendwer so angreifen, werde ich mich einfach auf den Boden legen und eine Kerze machen. Oder ich fliege ganz einfach glücklich wie eine Heuschrecke vor ihm her. Auf das Gesicht meines Gegenübers freue ich mich schon heute. Ich bin sicher, anstatt weiter zu schreien, wird diese Person geschockt in eine 'Totenstellung' verfallen.

Schöne Grüße aus Melbourne!

Monday, 28 June 2010

20.000 Hennen pro Hektar in Freilandhaltung


Europa macht einen Schritt vorwärts. Australien macht einen Schritt zurück. In der EU ist es gesetzlich geregelt, dass nicht mehr als 1.000 Hennen pro Hektar gehalten werden dürfen. In Australien werden derzeit 1.500 Hennen pro Hektar toleriert. Nun soll die Zahl der 1.500 Hennen pro Hektar auf 20.000 Hennen pro Hektar erhöht werden. Bei Freilandhaltung denkt jeder Verbraucher an glückliche Hühner auf grünen Wiesen. Doch wie soll das gehen? 20.000 Hühner auf einem Hektar? Glücklich herumstromern. 20.000 Hennen pro Hektar. Hier reden sich die Verantwortlichen eine Tierfabrik schön. Alibi Freilandhaltung.

Je mehr die Hennen sich bewegen können, umso mehr Energie verbrauchen sie und umso mehr Futter benötigen sie. Und Futter bedeutet höhere Kosten für die Bauern. Ist das der Grund für ein zusammenzupferchen wollen der Hühner?

Erst pfercht man die Hennen auf kleinem Raum ein. Um dann zu verhindern, dass diese sich aufgrund der Enge und des daraus entstehenden Stress gegenseitig verletzen oder töten, werden schon den Küken ganz einfach Teile des Schnabels mit einem heißen Draht oder per Laser entfernt. Diese Prozedur ist schmerzhaft, denn der Schnabel ist ein Tastorgan, das mit Nerven durchsetzt ist.

Die Australische Eier Vereinigung hat Australische Verbraucher befragt. Die sind laut Umfrageergebnissen der Meinung, dass es angebracht sei 10.200 Hennen pro Hektar zu halten. Die Umfrage ergab gleichzeitig, dass sie damit auch die Prozedur des Schnabelkürzens befürworten, denn sie möchten ja auch nicht dass die Hennen sich gegenseitig verletzen. Wo solche Umfrageergebnisse hergenommen werden? Die Australische Eier Vereinigung ist eine Mitgliedervereinigung. Jeder der australischen Steuerzahlenden Eier Produzenten darf beitreten. Erklärt sind ja somit sofort die Umfrageergebnisse.

Die kleineren Bauern regen sich auf. Nicht etwa weil es Tierquälerei ist, wenn 20.000 Hennen auf einem Hektar leben und ihnen die Schnäbel gekürzt werden. Nein, in ihren Augen ist es doch so ungerecht, dass jetzt nur wieder die großen von der geplanten Regelung profitieren sollen.

Da wundert es einen doch auch nicht, dass hier in Australien noch die Käfighaltung erlaubt ist. In Schweden, Finnland, Schweiz, Deutschland und Österreich ist Käfighaltung nicht mehr erlaubt. Doch in Australien wird darüber noch nicht einmal nachgedacht. Erst kürzlich wurden die Regeln für die Größe der Käfigfläche überarbeitet. Sieht nicht so aus, als wolle da jemand die Käfighaltung in Kürze abschaffen.

Die Verbraucher? Die zeigen kein Mitgefühl und packen weiterhin im Supermarkt die günstigen Käfigeier in ihren Einkaufswagen. Wollen sie einfach nicht wissen, dass die Hühner gequält werden und unter unmöglichen Bedingungen leben? Wollen sie nicht wissen, dass männliche Küken sofort vergast werden, weil sie nicht gebraucht werden? Wollen sie nicht wissen, dass die Hennen getötet werden, wenn sie ihren Zweck erfüllt haben?

Die Hühner Australiens haben aufgrund des weit verbreiteten Desinteresses der Bevölkerung leider noch einen langen und drahtigen Weg vor sich.

Schöne Grüße aus Melbourne!

Sunday, 27 June 2010

Die Verherrlichung des Zweiten Weltkriegs in Oz anscheinend kein Problem


Besuch auf einem Markt, dem Eumundi Markt in der Nähe von Noosa, Queensland. Der Markt wurde 1979 von zwei lokalen Künstlern ins Leben gerufen. Sie wollten einen Markt im Europäischen Stil etablieren. Angeboten werden heute Kunsthandwerke, Bio Gemüse, handgefertigte Seife und vieles mehr. Alle sind guter Dinge. Entspannte Leute, Sonnenschein, Lifemusik, Batikklamotten und Poffertjes. Ein perfekter Markttag.

Plötzlich bleibe ich wie vom Blitz getroffen stehen. Denn an einem der unzähligen Stände wird ein T-Shirt mit folgender Aufschrift zum Verkauf angeboten. Hitlers Profil, „Ich bin deprimiert, ich glaub’ ich falle in Polen ein“.

Wie kann sich jemand über den Fakt, dass Hitler mit dem deutschen Überfall auf Polen den Zweiten Weltkrieg und den damit einhergehenden Terror ausgelöst hat, lustig machen? Was ist so amüsant daran, dass insgesamt 55 Millionen Menschen während des Zweiten Weltkriegs ihr Leben verloren und nach dessen Ende alles in Schutt und Asche lag? Den Opfern muss man Respekt entgegenbringen. Jüngeren Generationen muss immer wieder aufgezeigt werden wie grausam und sinnlos diese Zeit war. Dieses T-Shirt zieht den Wahnsinn des Zweiten Weltkriegs ins lächerliche.

Ich spreche die Verkäuferin darauf an und bitte sie um ihre Meinung. Diese sieht kein Problem darin und bittet mich ihren Stand umgehend zu verlassen. Der Markt ist stark frequentiert. Es kann doch nicht sein, dass alle Besucher die Vergangenheit ignorieren oder sich dieser Vergangenheit erst gar nicht bewusst sind.

Schwer vorzustellen, dass jemand in Deutschland oder Polen den Wunsch verspürt ein T-Shirt mit der Aufschrift „Ich bin deprimiert, ich glaub’ ich falle in Polen ein“ herzustellen, geschweige denn zu verkaufen.

Am folgenden Montag beschreibe ich in einem Brief das Erlebte den Organisatoren des Marktes. Die sind für Beschwerden nicht zuständig und verweisen mich an den Kreisverband. Der ist wiederum für solche Beschwerden nicht zuständig und verweist mich an die Stadtverwaltung von Eumundi, Queensland. Die wiederum sind für solche Beschwerden nicht zuständig und verweisen mich an die Handelskammer. Die wiederum sind für solche Beschwerden nicht zuständig und verweisen mich an die Stadtverwaltung Brisbanes, Queensland. Die wiederum sind für Beschwerden dieser Art nicht zuständig.

Niemand von diesen genannten Einrichtungen hielt es für nötig, da mal nachzuforschen und zu reagieren. Niemand ist dafür zuständig das Hitler und das Sterben von 55 Millionen Menschen schamlos verherrlicht werden. Geschmacklos und sehr traurig.

Schöne Grüße aus Melbourne!

Friday, 25 June 2010

Big Ozi ist watching you

Internet. Kennt man auch hier in Oz. Australier sollen bald das Internet nicht mehr surfen dürfen, wenn sie keine Anti Virus Software installiert und keinen virenfreien Computer haben. Der Direktor des „High-Tech-Verbrechen-Zentrums“ möchte dies bei allen Anwendern in Australien überwachen lassen und den Verbindungsaufbau verhindern lassen, wenn diese Überprüfung nicht den Anforderungen entspricht. Er meint, dass sei das gleiche, als Autofahrer nach Sicherheitsgurten zu überprüfen.

Kreisch. Kreisch. Kreisch. Strebt Australien an die größte Überwachungszentrale in der südlichen Hemisphäre zu werden? Die Gedankenpolizei ist überall. Was soll denn das jetzt? Die Regierung möchte hier in Oz am liebsten alles kontrollieren. Wie kann jemand ernsthaft von mir verlangen, dass ich irgendeine Behörde zum Zugriff auf meinen Computer einlade. Da sträubt sich alles in mir.

Die wollen mir wohl bald auch noch vorschreiben, wenn ich meine Bettwäsche zu wechseln habe. Oder die Spülmaschine ausräumen muss oder den Müll raus trage. Jetzt wollen sie also jeden einzelnen Computer überprüfen lassen. Ja, jeder einzelne Computer soll überwacht werden. Dann weiß man ja auch gleich, wer wo surft, was man wem schreibt und wie oft. Big Ozi ist watching you.

Die ganze Welt zeigt auf China und die Art, wie dort mit Internet Usern umgegangen wird. In Australien wird der Inhalt auch kontrolliert. Hier ist das aber nicht so schlimm? Kontrolle ist Kontrolle. Das komplette Australische Internet steht unter Überwachung. Es gibt hier eine, der Öffentlichkeit nicht einmal zugängliche Sperrliste, die für alle Internetzugänge gesperrt sind. 1300 Seiten sind derzeit gesperrt. Diese Seiten werden für die Öffentlichkeit gesperrt, ohne vorherige Urteilssprechung. Dies kann aufgrund Beschwerden von Verbrauchern geschehen. Erklärungen zu dem wie und warum erfolgen nicht. Wer stellt die Liste denn zusammen? Wie bestimmt man eigentlich, was surfenswert ist und was nicht? Fragen über Fragen, die Behörden werden diese hier nicht beantworten.

Warum muss die Regierung eines Landes mir sagen, wann ich mir eine neue Antivirus Software aufzuspielen habe? Warum muss sie mir vorschreiben, worüber ich mich im Internet informieren darf? Die hier herrschende Überwachung des Internets wird den Bürgern dann ja unter dem Deckmantel des ‚Helfen-Wollens’ verkauft. Und die meisten Leute glauben das dann auch, ganz treu. Wenn die Regierung das sagt, dann stimmt das auch so. Den Bürgern hier muss anscheinend mit allem und jedem immer geholfen werden. Warum darf man zur Abwechslung nicht mal ganz einfach für sich selber denken?

Ist das Australische Volk selbst schuld an der Situation? Haben die Australier sich diese Verhältnisse selber geschaffen? Haben sie in ihrer relativ kurzen Geschichte einfach nie gelernt, sich zu informieren und daraus eine eigene Initiative zu entwickeln? Brauchen sie immer irgendjemanden, der ihnen sagt, was gut ist und was nicht? Warum kann die Australische Regierung ihre Leute nicht einfach mal los laufen lassen? Irgendwann geht jeder zum ersten Mal alleine in die Schule. Paar mal gemacht und dann klappt das doch auch. Da müssen die Eltern einen dann doch nicht noch jahrelang begleiten. Und, wer möchte schon von Mama vorm Büro abgesetzt werden?

Freiheit beflügelt ungemein. Überwachung war und wird nie cool sein. Auch wenn sie doch nur gut gemeint ist. Dankeschön Big Ozi, mir ist schon schlecht.

Schöne Grüße aus Melbourne!

Thursday, 24 June 2010

Im Juli Kinder wird’s was geben

16 Grad, blauer Himmel. Winter. Im Juni kann man sich glücklicherweise so langsam wieder auf Weihnachten freuen. Das ist doch aber noch viele lange Monate hin. Nein, zum Glück nicht. Zum Glück braucht man hier in Oz nicht noch weitere sechs Monate aufs Christkind und all die Leckereien warten.

Weihnachten feiert man hier ganz einfach zweimal. Im Winter nämlich. Um ganz genau zu sein, im Juli. Und so heißt das Fest dann auch. ‚Christmas in July’. Zu Anfang war ich ganz skeptisch. Das geht doch nicht. Was die sich hier immer einfallen lassen. Weihnachten muss doch am 24.12. gefeiert werden, alles andere ist doch ganz einfach Humbug. Ist es nicht.

Erst kürzlich erzählte mir ein Ozi er sei als Kind jahrelang durch den dick vermummten Weihnachtsmann völlig irritiert gewesen. Warum trägt er eigentlich so einen dicken Mantel, wenn man doch Weihnachten eigentlich in Short und Flip Flops feiert? Er war damals genau so verwirrt, wie ich es heute bin, wenn man von mir, nur mit Bikini bekleidet, Feststimmung erwartet.

Doch jetzt im Juni, da kann es mir passieren, dass wenn ich am frühen Abend in der Dämmerung spazieren gehe, die kalte Luft und der Duft von Feuerholz mich unmittelbar in Weihnachtliche Stimmung versetzen. So eine Spannung wie man sie nur von der Adventszeit her kennt. Nikolaus-backt-Zuckerbrot-Stimmung. Für einen kurzen Moment denke ich Weihnachten stehe vor der Tür. Alles sehr verwirrend für den Gefühlshaushalt, diese ganzen umgekehrten Jahreszeiten. Muss man sich ja auch erst mal dran gewöhnen.

Weihnachten im Juli. Man trifft sich mit Freunden und / oder seiner Familie zum gemütlichen Beisammensein. All die herrlichen Weihnachtsspezialitäten werden zubereitet und aufgetischt. Das ganze Haus duftet nach Zimt, Lebkuchen und Bratäpfeln. Abends sitzt man beim Schlemmermenü neben dem mit Kerzen geschmückten Tannenbaum.

Man glaubt es kaum, plötzlich herrscht Weihnachtsstimmung. Es fühlt sich ganz echt an. Der 24.12. Ein Wunder im Juli.

Schöne Grüße aus Melbourne!

Wednesday, 23 June 2010

Oz heizt zum Fenster raus

Früher oder später fängt man an, die Sprüche, die man damals von seinen Eltern gehört hat, selber anzuwenden. Wir heizen nicht für draußen. Einer der wohl am häufigsten genannten Sätze meiner Kindheit und Jugend. Irgendwann hat man das dann auch echt verstanden und verinnerlicht, warum man nicht die Heizung voll aufdreht und gleichzeitig die Fenster öffnet. Ist ja auch schön, wenn die Sprüche, die man dauernd zu hören bekommt, so ganz langsam anfangen, einen Sinn zu ergeben.

Die Häuser hier in Oz sind in der Regel ja nicht isoliert und fast alle Fenster sind lediglich mit Bauglas ausgestattet. Doppelglas ist wohl eine echte Rarität. In über vier Jahren war ich in noch keinem Privathaus welches mit Doppelverglasung ausgestattet ist. Muss man sich so vorstellen. Sind es draußen 35 Grad, ist es auch im Haus muckelig warm. Macht ja aber nichts, man kann ja so leicht Abhilfe schaffen. Da stellen die Ozis einfach die Klimaanlage an. Den ganzen lieben langen Tag. Puh, diese Hitze ist ja schlimm. Manchmal bricht deswegen auch gerne mal die Stromversorgung zusammen.

Im Winter, wenn es tagsüber ungefähr 13 Grad sind, ist es auch im Haus schön frisch. Sechzehn Grad, denn die meisten Häuser haben keine Heizung. Macht ja aber nichts, man kann ja auch in dem Fall so leicht Abhilfe schaffen. Klimaanlage auf warm und schon geht es etwas besser. Jedes Jahr ab Mai, Juni werden im örtlichen Baumarkt auch Heizlüfter angeboten. Für billig Geld. Elektrisch- oder mit Brenngas betriebene Ventilatoren, die über ein Heizelement zur Erwärmung der durchströmenden Luft verfügen, sorgen dann für wohlige Wärme. Das man die riesigen Häuser, in denen hier jeder wohnt, mit so etwas nur ganz schlecht warm kriegt, leuchtet ein.

Umwelt-Pass. Wie bitte? Das ist ja verrückt. Ja, da ist Deutschland ganz schön modern finden die Ozis. Doch sich auch mal modern zu verhalten, dass fällt den wenigsten im Traum ein. Kostet ja auch Geld. In Doppelglas-Fenster und die Isolierung des Hauses investieren? Ne, da lass ich mir lieber einen neuen Swimmingpool einbauen oder erweitere das Haus um ein Zimmer, damit wir noch einen Flachbildschirm mehr aufhängen können. Um Australiens Flora und Fauna zu schützen, wird an den Grenzen aufgepasst wie wild. Auf der einen Seite regen sie sich bei jeder Erdnuss, die man ins Land einführen möchte auf, haben aber über Energiesparen noch nicht oft nachgedacht. Das ist dann aber ok oder wie jetzt? Doppelmoral wie sie schöner nicht gelebt werden kann.

Sei es im Bio Laden, im Schuhgeschäft, beim Bäcker oder im exklusiven Europäischen Möbelgeschäft um die Ecke. Jedes Jahr bietet sich einem das gleiche Bild. Alle gemeinsam treten sie die Umwelt mit Füssen. Ein Heizstrahler (wie wir ihn eigentlich nur noch aus Omas Badezimmer kennen) voll aufgedreht, glüht leuchtend rot vor sich hin. Und das gleich neben der weit geöffneten Eingangstür.

Da schießt sie mir wieder blitzschnell durch den Kopf, die Stimme meines Vaters, die mir unermüdlich predigt „Wir heizen doch nicht für draußen“.

Schöne Grüße aus Melbourne!

Tuesday, 22 June 2010

Ein Nachmittag wie jeder andere

Da geh ich so durch die kleine Straße in der ich wohne. Geh dort so entlang und freu mich über den Sonnenschein und den strahlend blauen Himmel. Ab und an kommen mir Leute entgegen, die gerade aus der Haustür treten, den Rasen mähen, ihr Auto abschließen, Einkäufe ins Haus tragen. Mein freundliches Nicken und meine unzähligen 'Guten Tags' verlaufen sich. Einem Nachbarn, der gerade eine Mandarine ißt, fällt ebendiese aus der Hand als ich ihn grüße. Er schaut mich mit großen Augen an, erwidert nichts.

Aufgrund meiner Erziehung fällt es mir ja so verdammt schwer an Leuten vorbei zu gehen, ohne diese zu grüßen. Der Typ, der am Kurfürstendamm, der Domplatte, in Spitalfields oder in St-Germain-des-Pres spazieren geht und jede Seele grüßt die einem entgegen kommt, bin ich nicht. Schon klar. Ich spreche davon, dass man Leute die einem zum Beispiel im Hausflur oder in unmittelbarer Nähe des Hauses in dem man wohnt grüßt. Genau so wie man auch 'Guten Tag' oder von mir aus auch 'Guten Morgen' sagt, je nachdem, wenn man eine Bäckerei betritt oder eine Arztpraxis. Ganz normales Verhalten eben.

'Guten Tag'. Leider bekommt man hier in den seltensten Fällen eine Antwort. Na gut, ist übertrieben. Mein Friseur sagt mir schon Hallo wenn ich den Salon betrete.

Man kommt sich verdammt merkwürdig vor, wenn man ins Wartezimmer seines Zahnarztes tritt, ein lautes ‚Guten Tag’ in die versammelte Runde schmeißt und keine einzige Reaktion erhält. Für einen klitzekleinen Moment fühlt man sich irgendwie sehr nackt. Das gleiche Gefühl macht sich breit, wenn man einem Nachbarn winkt und dieser partout nicht reagiert. Und das immer.

Weiter auf meinem kleinen Rundgang durch mein Stadtviertel. Es wird nicht mehr ‚Guten Tag’ gesagt, sobald ich meine Strasse verlasse und dort niemanden mehr kenne. Versteht sich irgendwie von selbst. Um die Ecke von mir, da gibt es ein Seniorenheim. Ein alter Mann in einem Rollstuhl in der Sonne hinterm Zaun sitzend, schaut mir einsam entgegen. Ich lächele ihn an. Er zuckt zusammen. Nachdem er den ersten Schrecken überwunden hat, lächelt er ganz zaghaft zurück.

Schöne Grüße aus Melbourne!

Monday, 21 June 2010

Endlich schwanger, zum Wohl!

Manchen Frauen ist ein Kind das aller-aller-aller-allerwichtigste im Leben. Sie brauchen gar nichts, wollen einfach nur ein Baby. Andere Frauen hingegen wollen erst das Leben genießen, reisen, feiern, Erfahrung im Beruf erlangen. Diese Gruppe wird immer später schwanger. Die 40 rückt schnell näher. Moment, da war doch noch was. Ach ja, ein Kind. Das wollte ich doch schon immer haben. Das ist ja auch schön. Wie auch immer, endlich schwanger. So lange haben wir gewartet, auf diese gute Nachricht. Ein Traum wird wahr. Angekommen im Ich-bin-schwanger-Paradies.

Darauf wird dann sofort mit Champagner angestoßen. Moment mal? Champagner? So lange wartet man auf diesen einen selig machenden Moment. Ein Kind, das kostbarste, was es gibt. Man wollte unbedingt Mutter werden. Man unternahm die irrsinnigsten Dinge, diesen Zustand zu erreichen. Und dann, endlich ist es vollbracht, stößt man auf das Wohl des Babys mit Alkohol an? Komisch. Komisch. Wenn man sich eine teure Handtasche kauft, stellt man diese doch auch nicht, während man auf den Bus wartet, in eine Pfütze...

80 Prozent aller australischen Schwangeren trinken Alkohol während der Schwangerschaft. Bis 2001 vertrat und verbreitete die Oz Regierung der Meinung, man solle gar nicht trinken, wenn man schwanger ist. Sehr gut. Geändert wurde diese Empfehlung dann in zwei Gläser am Tag, bis zu sieben Gläser die Woche. Letztes Jahr änderte sie die Empfehlung wieder und empfahl Abstinenz. Geht doch. Jetzt sind hier alle aber wieder einmal sehr verwirrt. Was denn jetzt? Hausärzte und Schwangere wissen weder ein noch aus. Erst nein, dann wieder doch und nun wieder nein. Ein Schrei nach Hilfe geht durch die Medien. Kann das bitte mal jemand, erforschen jetzt? So schädlich kann Alkohol ja wohl gar nicht sein, das ist ja wohl jetzt schon mal ganz klar, nach dem ständigen Ändern der Empfehlungen.

Das Mitleid ist ganz klar auf der Seite der schwangeren Ozis. Die wissen jetzt gar nicht mehr, wie sie sich verhalten sollen? Können sie jetzt Alkohol trinken oder was? Die große Anzahl Alkohol trinkender australischer Frauen muss das jetzt echt wissen. Die suchen dann im Internet nach einer Lösung. Sieht dann wohl so aus: www.kann-ich-saufen-wenn-schwanger.de. Man kann schon was trinken, so zwei Gläschen bis zu zweimal die Woche, stellt kein Risiko dar, australische Geburtshelfer und Gynäkologen sehen da kein Problem drin. Sie verbreiten diese intelligenten Dinge auch noch. Laut ihren Angaben gibt es keinen Beweis dafür, dass dies einen Schaden für das Kind mit sich bringt. Folglich gibt es dann aber doch auch keinen Beweis dafür, dass es keinen Schaden für das Kind mit sich bringt.

Unverständlich. Es gibt hier in Oz keine belegenden Studien? Warum wird unverfroren verbreitet es gibt keine Studien, die beweisen, dass jeder einzelne Schluck Alkohol in der Schwangerschaft die Gesundheit des Kindes gefährdet. Wissenschaftler sind sich doch einig. Auch geringer Alkoholkonsum oder einzelne Trinkexzesse können die Gesundheit eines Ungeborenen schädigen. Am sichersten ist es daher, völlig auf Alkohol zu verzichten. Nur die Null-Promille-Grenze bietet absolute Sicherheit für das Kind, das wäre dann doch wohl der beste Rat, den man den Schwangeren hier in OZ geben könnte. Warum sagt den Ozis das niemand, das andere die Thematik bereits betrachtet und Erkenntnisse ableiten konnten. Unverständlich.

Unterdessen trinken die Ozis einfach lustig weiter, wenn sie schwanger sind. So jeder erstellt sich seine eigene kleine Studie. "Meine Freundin die Amanda hat doch auch getrunken, als sie schwanger war und die Chantal ist total normal geworden. Wenn ich glücklich bin, ist es das Baby auch". Prost.

Schöne Grüße aus Melbourne!

Friday, 18 June 2010

Die Jungs nach vorne und die Mädchen nach hinten


Der ehemalige australische V8 Supercar Fahrer Mark Skaif möchte, dass die Geschwindigkeitsbegrenzung in Australien auf 140km/h angehoben wird. Da ist er ja schon mal nicht alleine. Hin und her, sofort im Keim erstickt die Idee. 'Alles unmöglich', sagen Regierung und Experten. Eine Geschwindigkeit von 140km/h hätte katastrophale Auswirkungen, die Zahl der Verkehrstoten würde so rasant ansteigen wie auf dem Herd überkochende Milch.

Man spricht davon die Geschwindigkeitsbegrenzung auf 140 km/h anzuheben, nicht auf 240km/h.

Ein Politiker äußert sich. Es gibt keine Pläne die Geschwindigkeitsbegrenzung auf 140 km/h anzuheben. Wenn man in Victoria, Australien 140km/h fährt, gilt das als "Hoon driving". Hoons, das ist Slang und gemeint sind Asoziale, Roadies, Rabauken. Die Schlimmsten der schlimmsten, die Hoons. Komisch ist ja auch, dass Politiker hier Slang sprechen. Nur so nebenbei. Das ist so, als würde ein deutscher Politiker sagen "Ach man, die Asis, die heizen immer so."

Strafen für zu schnell fahren sehen so aus: mehr als zehn km/h bis zu weniger als 25 km/h = drei Punkte und AUD 220. Da fährt man elf km/h zu schnell und zack, drei Punkte und AUD 220 später steht man dumm da. Fährt man über eine rote Ampel, kostet einen das auch AUD 220 und drei Punkte.

Fährt man allerdings nur bis zu zehn km/h zu schnell, liegt die Strafe bei nur einem Punkt und AUD 110. Fährt man drei km/h zu schnell, zack, ein Punkt und AUD 110 später steht man wieder dumm da. Bei zwölf Punkten ist der Führerschein für drei Monate weg.

Weiter sagt dieser Politiker "140km/h auf dem Hume Highway machen Sinn, wenn man Mark Skaife, mit seiner Einstellung im allerneuesten Mercedes ist, aber 99.9 Prozent der Gesellschaft verfügen nicht darüber". Sogar die Geschwindigkeitsbegrenzung um 10 km/h anzuheben wird sich nachteilig auf Unfallstatistiken auswirken. Was sind wir denn alle Rennfahrer in Deutschland?
Weiter verteidigt er Australien mit einer Lüge, indem er sagt, hier passieren weniger Unfälle mit Verkehrstoten als anderswo. Es gibt viele Menschen, die aus der ganzen Welt hierher kommen, um zu sehen, was wir hier machen. - Wo nehmen die nur ihr Selbstbewusstsein her? - Außerdem seien auch kulturelle Unterschiede ausschlaggebend für die Sicherheit auf den Straßen. Keine Ahnung, was das wieder soll?

Deutschland hat 82.369.548 Einwohner, 4477 Menschen starben bei Verkehrsunfällen in 2008. Australien hat 20.600.856 Einwohner und 1464 Verkehrstote in 2008. Bessere Fahrer? Haben sie besser organisierte und ausgebildete Rettungskräfte? Schneller am Unfallort sind sie allemal, das ist unumstößlich.

Die Freundin eines verstorbenen australischen Rennfahrers hat auch noch was beizutragen. "Mark hat einen Rennfahrer Background, in welchem er mit Menschen mit außergewöhnlichen Fähigkeiten in speziell entwickelten Fahrzeugen zu tun hat. Die Wirklichkeit ist nicht so. Hier gibt es Fahrer, die noch nicht einmal mit den gegenwärtigen Geschwindigkeitsbegrenzungen umgehen können".

Hilfe. Sind denn hier alle komplett durchgedreht? Nein, sind sie nicht. Man muss den Politikern, Experten und allen anderen da ganz und gar recht geben. Sie wissen genau, wovon sie sprechen.

Mama oder Papa erklären den Jugendlichen das Autofahren. Dann macht man einen Führerscheintest und schon geht es los. Den Test kann man so oft wiederholen, bis man endlich besteht. Autofahren in Oz stellt sich so dar. Der Sitz wird ganz nah nach vorne gestellt, direkt hinters Lenkrad, welches man natürlich umklammert. Auf diese Weise sitzt man viel sicherer. Gefahren wird offensiv, gleichzeitig hofft man darauf, dass andere aufpassen. Sehr widersprüchlich das Ganze.

Man fährt immer so nah auf, dass man fast die Stoßstange des Vordermanns berührt. Sicherheitsabstand, wer braucht das schon? Und warum eigentlich? Lkw fahren so nah auf, als wollen sie dem Vordermann Schatten spenden. Sitzt man im eigenen Auto, wird es dunkel, hört man nur noch ein schnauben und stöhnen, dann ist das kein Vulkanausbruch. Dann ist das Lkw Alarm.

Wichtige Regel: einordnen, blinken, nachfolgenden Verkehr beobachten (wenn überhaupt).

Spuren werden einfach so gewechselt. Von links nach rechts, von der Mitte nach links und wieder einfach nach rechts. Es gibt kein Muster. Man fährt auch einfach über durchgezogene Linien. Sogar die Polizei macht das. Man kommt kaum hinterher. Viele Fahrer steuern beim Auffahren auf die Autobahn schnurstracks auf die ganz rechte Spur, da sie sich dort sicher fühlen. Dort ist es nicht so wuselig und man muss nicht so aufpassen, was vor sich geht. Wollen sie dann abfahren, fahren sie einfach, ohne zu gucken auf die Ausfahrt. Alle anderen legen eine Vollbremsung hin. Besonders spannend, wenn gerade Lkw Alarm herrscht.

Ist man aber in spaßiger Laune und lässt den sich erst in allerletzter Sekunde Entscheidenden nicht rein, dann wird sofort geschrien. Die kennen hier Schimpfworte und Gesten, auf die kommt man im Traum nicht. Normales Programm.

Steigt man in seinen Wagen, ist immer was los. Lange warten braucht man nicht. Nur schwer lässt es sich abstellen, beim Autofahren nachzudenken. Denkt man richtig drüber nach, ist man einfach nur schockiert über die Art und Weise, mit der man hier Auto fährt. Wird man angefahren, zusammengeschlagen, ausgebremst, beschimpft, wird man mit Müll beschmissen? Den Mittelfinger eines Ozis kriegt man in fast jedem Fall zu Gesicht. Da gibt es auch Unterschiede, je nachdem ob man weiblich oder männlich ist. Die Männer können es gar nicht leiden, wenn eine Frau sie überholt. Da kommt das australische Denken dann wieder hoch, das geht gegen ihre Ehre. Frau an den Herd und der Mike in den Tiefergelegten UTE! Die Jungs nach vorne und die Mädchen nach hinten.

Das Zauberwort heißt wohl Fahrausbildung, dass wäre doch was. Zur Abwechslung.

Schöne Grüße aus Melbourne!

Thursday, 17 June 2010

Oz Experten sagen Nein zu Knopf im Ohr beim Rad fahren

Seit gestern (!) warnen Experten davor beim Rad fahren Kopfhörer zu tragen (Musik zu hören). Immer und immer wieder erscheint es unmöglich, dass gerade so offensichtliche Dinge hier noch nie thematisiert oder betrachtet wurden. Das kann doch nicht sein. Staunen macht sich breit. Doch.

Ein Experte für Transportsicherheit gibt an, dass Radfahrer, die während des Fahrens einen Kopfhörer tragen, ein erhöhtes Risiko haben, in einen Unfall verwickelt zu werden. Diese Warnung wurde ausgesprochen, nachdem gestern ein 45 Jahre alter Mann einfach vor eine Straßenbahn radelte. Er hatte Kopfhörer auf. Bis auf ein paar Schürfwunden ist ihm nichts weiter zugestoßen. Noch mal gut gegangen.

Dieser Vorfall regt nun zur öffentlichen Diskussion an. Ein Sprecher der Polizei bestätigt, dass es nicht gegen das Gesetz verstößt Musik hörend mit Kopfhörern auf den Ohren zu radeln. Soweit so gut. Da tritt doch aber glatt ein Forscher des Unfall-Forschungs-Zentrum's der Monash Universität aufs Parkett und sagt, Radfahrer seien schon verletzlich genug. Sie benötigen all ihre Sinne um etwaig auftretende Unfälle zu verhindern. Was für eine Erkenntnis.

StVO. I. Allgemeine Verkehrsregeln §23 Sonstige Pflichten des Fahrzeugführers. (1) Der Fahrzeugführer ist dafür verantwortlich, dass seine Sicht und das Gehör nicht durch die Besetzung, Tiere, die Ladung, Geräte oder den Zustand des Fahrzeugs beeinträchtigt werden...

Liegt ein Tatbestand vor, kostet einen das in Deutschland EUR 10. Ein Schnäppchen. Hier ist es aber noch günstiger, es ist ja kein Vergehen.

Aber es ist jedes Mal wieder sehr unterhaltend, wenn die Berichte so ausfallen, als hätte Australien gerade eben eine Bahnbrechende Erkenntnis gehabt. Die meinen es dann echt Ernst. Alle sind stolz wie Bolle, dass das Rad neu erfunden wurde. Sie behandeln ein lange bekanntes Phänomen so, als hätte noch nie jemand in der ganzen Welt davon gehört. Aber ist ja auch schön, wenn man sich freuen kann wie ein Kind, so unschuldig. Prinzipiell auch nicht verkehrt. Durch diese ganzen Diskussionen muss man als Zugereister natürlich zweimal gehen. Man hat die Themen ja vor langer Zeit alle schon mal in Deutschland durchgehechelt. Liest man hier die Tageszeitung, hat man oft den Eindruck, alles schon mal gelesen zu haben. Vor 15 Jahren.

Schöne Grüße aus Melbourne!

Wednesday, 16 June 2010

Geburtstag der Königin, die Ski Saison ist eröffnet


Hier feiert man die Feste nicht wie sie eigentlich fallen. Genau so wenig wie die Königin von England immer am zweiten Montag im Juni Geburtstag hat, genau so wenig Schnee liegt hier auf den Bergen.

Seit 1748 feiert man in England öffentlich Geburtstage der Königin oder des Königs von England. König Edward II, regierte von 1901 bis 1910. Da er eigentlich im November Geburtstag hatte, legte er die oeffentlichen Feierlichkeiten in England auf den ersten, zweiten oder dritten Samstag im Juni, in der Hoffnung auf besseres Wetter. Macht sich ja auch viel besser, für den Umzug.

Elisabeth II ist die Königin von England und 16 Commonwealth Königreichen, dazu gehört auch Australien. Ihr Titel hier lautet, Elisabeth II., von Gottes Gnaden Königin von Australien und von ihren anderen Reichen und Territorien, Haupt des Commonwealths. Sie wurde am 21. April 1926 geboren.

Australien feiert den Geburtstag des Königs, der Königin immer am zweiten Montag im Juni. Ein Feiertag, alle haben frei. Nicht alle. Wie gesagt, hier feiert man die Feste nicht wie sie fallen. Western Australien feiert den Geburtstag an einem anderen Tag. Denn die Western Australier würden am 1. Juni eigentlich den Gründungs Tag feiern. Den haben sie aber auf den ersten Montag im Juni gelegt. Somit ist dieser immer ein Feiertag. Den Königinnen/Königs-Geburtstag feiern sie im September oder Oktober, je nachdem wie es gerade am Besten in den Westaustralischen Kalender hineinpasst. Abhängig von Schulferien und/oder Messen in der Stadt.

Queen's Birthday. An diesem zweiten Montag im Juni steht hier in Oz nirgendwo eine große Öffentliche Geburtstags-Parade auf dem Programm. Australier, die etwas Außerordentliches verbrochen haben, bekommen jedoch an diesem Tag einen Orden überreicht.

Diesem zweiten Montag im Juni blicken also drei unterschiedliche Gruppen mit großer Spannung und Vorfreude entgegen. Die einen warten darauf einen Orden zu erhalten, die zweiten warten auf den Schnee und die dritten freuen sich ganz einfach ein langes Wochenende zu haben.

Schöne Grüße aus Melbourne!

Tuesday, 15 June 2010

1942. El Alamein, Nordafrika. Australien schlägt Deutschland.

Schlechte Verlierer tun mir noch mehr leid als sonst irgendwer auf der ganzen weiten Welt. Da wird doch heute ein Kommentar auf der ersten Seite in der Online Ausgabe der Tageszeitung The Age abgedruckt. "So Germany beat us. We've always beaten them where it counted. At Alamein, on the Western front, and I reckon we'd totally beat their Teutonic arsenböttoms at Eurovision song writing if we were allowed in".

In der zweiten Schlacht in El Alamein, im November 1942. Als die Briten am 2. November 1942 die deutschen Stellungen durchbrachen, verfügte Rommel den Rückzug seiner fast völlig aufgeriebenen und erschöpften Truppen nach Libyen. Würde Australien beim Eurovision Song Contest mitmachen, würden sie diesen gewinnen. Klar, die Ozis sind die besten auf der Welt. Sie können alles am Besten. Sie sind ganz einfach die Größten.

Es geht um Fußball. Fußballweltmeisterschaft 2010. Warum muss da jetzt der Zweite Weltkrieg mit ins Spiel gebracht werden? Wie kann man so etwas sagen, schreiben, denken? Wie krank ist man, wenn man so etwas von sich gibt? Und warum wird so ein dummer Mist dann auch noch verbreitet? Australien hat in El Alamein englische Truppen als eine von vielen Commonwealth-Streitkräften in dieser Schlacht unterstützt. Somit ist dieser unpassende Kommentar noch nicht einmal korrekt. Auch wusste der Schreiberling nicht, dass der Ort El Alamein heißt. Dummschwätzen ist doch so einfach. Hört sich ja auch gut an, als wüsste man wirklich was.

Am frühen morgen um 4.30 Uhr, beim Spiel Deutschland gegen Australien waren ungefähr 13.000 Australische Fans vor der Großleinwand. Am Fluss in der Innenstadt wurde eine Leinwand errichtet auf der das Spiel übertragen wurde. Nach dem 3:0 sind hunderte gegangen, nach dem 4:0 verließen weitere hunderte Zuschauer ihren Platz vor der Leinwand. Zum Ende des Spiels waren nicht mehr viele da.

Kaum zu fassen, dass man Fußball und den Zweiten Weltkrieg hier in Australien wirklich in einem Atemzug nennt. Wo doch beide so rein gar nichts, gar nichts miteinander zu tun haben. Noch nicht einmal im Scherz. Oder wie auch immer der Kommentar gemeint war. Vor der Leinwand am Fluss haben auch einige den Hitler Gruß gemacht. Auch nicht besonders originell. Da wird man schon traurig als Deutscher.

Viele Ozis möchten jetzt gar nicht mehr bei der Weltmeisterschaft mitmachen, weil sie so schlecht sind. Deren Mentalität ist also, nur mitmachen wenn ich gut bin. Das ist ja genau die richtige Einstellung zum Sport.

"Let leave soccer to the rest of the world we should focus on League and AFL. We are great at it. Sure a couple of kids might play it and sure some wogs, sheilas and poofter play it as well but it hardly represents much of the nation".

Anmerkung:
AFL = wird nur in Australien gespielt, genannt Footy.
wogs = Rassistische Bezeichnung für Immigranten (Europäisch, Asiatisch)
sheilas = Oz slang, Bezeichnung für Frauen
poofter = slang für Homosexuell

Ganz schwache Kommentare von sehr schlechten Verlierern. Kommentare, die viel Preis geben. Spiegeln sie doch die Einstellung von vielen Australiern wider. Sie sind ganz einfach rassistisch und frauenfeindlich. Man könnte sogar besser sagen, sie sind ganz einfach. Ausländer/Immigranten, Homosexuelle und Frauen taugen nichts. Früher nannte man Fußball sogar 'Wogball'. Keine Ahnung, manche nutzen die Bezeichnung vielleicht sogar heute noch.

"Well let the Germans have the round ball game, in the last 100 years they have lost two world wars, an empire and several different national currencies. Their economy and the round ball game is all they have". Die Deutschen sind hier in Australien nicht wirklich sehr beliebt. Fußball ist alles was Deutschland hat, denn es hat ja sonst gar nichts erreicht.

Schade, die Fußballweltmeisterschaft soll doch Spaß machen.

Schöne Grüße aus Melbourne!

Sunday, 13 June 2010

Rote Karte für Australien aufgrund Abpfiffs für Indien

Das kann man sich jetzt ganz schwer vorstellen. Doch es sieht so aus, als befinde Australien sich in großer Not. Australien hat Angst. Oz befindet sich derzeit unter akuter Bedrohung des nach einem Trainingsplatz suchenden indischen Rasen Bowling Teams. Diese drohen mit Einreise. Das machen die Australier nicht mit, die Inder sind denen zu arm.

Australien hat dem Indischen Rasen Bowling Team den Zutritt nach Australien verwährt. Die australische Einwanderungsbehörde ist der Meinung, dass die 16 Spieler ein Risiko für Australien darstellen, da sie nicht genügend Geld auf ihrem Bankkonto und auch sonst keinen Ansporn haben wieder nach Indien heimzukehren. Das indische Team und jeder einzelne Spieler wird finanziell von der indischen Regierung unterstützt. Viele der besten indischen Sportler kommen aus sehr armen Verhältnissen. Australien, immer so fair und freundlich. Jeder hat ja hier so ein sonniges Gemüt, nur in diesem Fall mal wieder nicht?

Dieses rassistischen Gehabe ist abstoßend und falsch. Schlecht wird es einem dabei. In Melbourne und Sydney werden öfter mal Inder angegriffen und misshandelt. Ein Inder wurde in Melbourne im Januar 2010 erstochen. In Delhi bezeichnet man Australien als rassistisch und verbrannte Kevin Rudd Puppen (Kevin Rudd ist Australiens Premierminister).

Die Spieler des indischen Teams, im Alter von 14 -54 Jahren sind in guter Kondition. Das Team wird immer stärker und besser im internationalen Vergleich. Kürzlich hat es eine Medaille bei den Asien-Pazifik Meisterschaften gewonnen. Die indischen Spieler wollen einfach vorankommen mit ihrem Team. Nun sollte das Team zum Training für die Commonwealth Spiele nach Sydney kommen. Australien hat sein sehr erfolgreiches Team. Es gilt als das Beste im Rasen Bowling. Deshalb würde das indische Team auch gerne in Australien trainieren. Hinzu kommt das in Indien derzeit um die 47 Grad herrschen.

Aber die Einwanderungsbehörde ist einfach nicht überzeugt, dass das Team auch wieder abfährt nach dem Training. Verfügen Immigranten nicht über genügend Geld auf ihrem Konto und gibt es für sie keinen Grund nach Hause zurückzukehren, verweigert Australien ihnen ganz einfach die Einreise. Gründe für eine Rückreise sind Erspartes, Arbeitsplatz, Familienbande.

Das australische Team hat Anfang des Jahres neben acht anderen Ländern ein Rasen Bowling Turnier in Delhi gespielt. Hat Australien jetzt Angst, dass Indien zu gut wird? Vergeblich sucht man den Sportsgeist, den die Aussies angeblich mit der Muttermilch aufsaugen. Warum lässt Australien die Inder nicht einreisen, nach dem Training können sie diese ja dann wieder jagen, falls sie stiften gehen sollten. So wie in 2006 nach den letzten Commonwealth Spielen. Da hat Australien gezeigt, wie man erfolgreich Jagd auf entflohene asylsuchende ausländische Sportler macht.

In Australien wird Rasen Bowling als „ein Sport für alle und jeden“ verkauft. Für alle und jeden! Scheinheiliger geht es wohl kaum. Nur reich genug muss man sein. Über die richtige Nationalität zu verfügen ist auch ein großes plus. Rote Karte für Australien aufgrund Abpfiffs für Indien.

Schöne Grüße aus Melbourne!

Saturday, 12 June 2010

Australien ist schlauer als die Chemie Polizei

Australien verkauft noch immer die Endosulfan-Macadamia-Nuss. Es gibt so eine Art Chemie-Polizei. Die Stockholmer Konvention ist eine Übereinkunft über völkerrechtlich bindende Verbots- und Beschränkungsmaßnahmen für bestimmte langlebige organische Schadstoffe. Eine Delegation aus 133 Staaten entscheidet über Herstellung und Gebrauch von neun Pestiziden sowie zwei Gruppen unerwünschter Nebenprodukte.

Die Stockholmer Konvention hat Endosulfan als für Mensch und Umwelt langlebigen Schadstoff erklärt. Versucht wird, die Nutzung von Endosulfan global zu verbieten. Endosulfan, unter anderem eingesetzt zur Schädlingsbekämpfung. Verboten, denn es soll die Fortpflanzungsfähigkeit beeinflussen und Entwicklungsstörungen bei Föten sowohl bei Tieren als auch beim Menschen verursachen. Ein Krebsrisiko wird diskutiert. Man hat festgestellt, dass für kleine Kinder im Alter von ein bis sechs Jahren ein Risiko einer akuten Vergiftung aufgrund von Endosulfan-Rückständen im Essen besteht. Endosulfan ist ein Nervengift.

Gestern stand in einer Zeitung, dass die USA Endosulfan verboten hat, weil es Tiere am Nord- und Südpol beeinträchtigen könnte und ein nicht länger tragbares Risiko für Bauern darstellt. Der Artikel stand nicht etwa auf der Titelseite, nein in der Rubrik ‚ Umwelt’. Die lesen sowieso auch nur die Leute, die sich für derart Überirdisches und Langweiliges erwärmen können. Die Stockholmer Konvention und deren Erkenntnisse werden in dem Artikel mit keiner einzigen Silbe auch nur erwähnt. Für Endosulfan gibt es seit 1991 in Deutschland keine Zulassung mehr. Ein Sprecher der australischen Behörde für Schädlingsbekämpfungsmittel und Veterinärmedizin erklärte, dass es keinen Beweis gibt, dass Endosulfan ein Risiko für Menschen in Australien darstellt. Was denn jetzt sind die Forschungsarbeiten und Studien der 133 Länder falsch?

Endosulfan Verkäufe brachten in Australien AUD 2,3 Millionen in den Jahren 2008-2009 ein. Hauptsächlich genutzt in der Baumwoll- und Macadamianuss Industrie. WWF Australien verlangt, Endosulfan sofort zu verbieten. Deren Sprecher ist der Meinung, dass Bauern nicht ausreichend über das einhergehende Risiko bei der Nutzung von Endosulfan und anderen Pestiziden informiert werden. Die anhaltende Verzögerung in der Einleitung weiterer Schritte ist symptomatisch und zeugt von einem Mangel an Interesse für die australische Bevölkerung und die australischen Tiere.

Jetzt kann man ja denken, ach das kümmert mich außerhalb Australiens wohnend herzlich wenig. Doch kauft man aus Australien stammende Produkte, sind diese ja mit Pestiziden behandelt worden und somit schädlich für den Organismus und man unterstützt die Erkrankung der Menschen, die mit diesem Pestizid arbeiten müssen, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen.

Ein ganz schön großes Ego hat Australien, zu behaupten, sie wüssten es besser als die Delegation der Stockholmer Konvention. Behauptet wird, dass es keinen Beweis gibt, dass Endosulfan ein Risiko für Menschen in Australien darstellt. Was ist damit nur gemeint? Ist der Australier gegenüber Nervengiften resistenter? Oder wurde es überhaupt noch gar nicht erforscht, weil man dann doch lieber gar kein Geld für Forschung ausgibt? Was auch immer der Grund für die Behauptung der australischen Behörde für Schädlingsbekämpfungsmittel und Veterinärmedizin ist, die ganze Sache gibt einem ein ziemlich mulmiges Gefühl.

Schöne Grüße aus Melbourne!

Friday, 11 June 2010

Auf zur Weltmeisterschaft nach Oz, danach geht ihr alle sofort wieder

Der Ball ist rund. Die Soccerros, die sind das Australische Fußballteam. Deutschland ist in 2010 in der Gruppe D, zusammen mit Australien, Ghana und Serbien.

Wer das Spiel Deutschland gegen Australien anschauen möchte, muss dieses am Montagmorgen um 4.30 Uhr machen. Das Spiel Deutschland gegen Serbien hingegen kann man schon um 21.30 Uhr anschauen, an einem Donnerstagabend. Beide Sendetermine sind nicht unbedingt so toll. Und dann mal sehen wie es weitergeht, mit den Spielen. Die ganze Welt ist im Fußballfieber.

Jetzt möchten die Aussies doch so gerne auch mal die Weltmeisterschaft ausrichten. Das würden sie bestimmt auch ganz toll hinkriegen, wenn sie sich anstrengen. Doch mal ganz ehrlich. Soll man denn den Rest der Welt in diese Misere 'Zeitverschiebung' schicken, in der die Australier jetzt gerade stecken? Oder plant Australien in 2022 immer nachts zu spielen, so dass im Rest der Welt alle bequem und zur gewohnten Uhrzeit die Spiele schauen können? Fußball in Europa und Afrika, dass gehört zum Leben einfach dazu. Niemand möchte diesen Event einfach um 4.30 Uhr morgens beim Genuss eines Kräutertees dazwischen schieben.

Der Flug nach Australien ist auch nicht grad günstig. Ein Grund den Australien angibt, warum das australische Team, die Soccerros noch nicht lange internationalen Fußball spielen, ist nämlich genau der. Aufgrund Australiens isolierter Lage und den hohen Reisekosten konnte Australien nicht immer mitspielen. Mit niedrigeren Flugkosten änderte sich das, jedoch blieb das Team unerwähnt. In 2006 wurde ein neues Team aufgestellt, neue Strategien und neues Equipment brachte die Soccerros in die Weltmeisterschaft. Seitdem hat sich eine echte Leidenschaft für den Fußball entwickelt. Das war dann also genau vor vier Jahren.

Zehn Gründe die Australien für eine Weltmeisterschaft auf eigenem Boden nennt

1. A 'no worries' experience for all (In Australien sind alle so entspannt)

2. A technically excellent FIFA World Cup with the relaxed and playful personality of Australia (Australien hat eine entspannte und verspielte Persönlichkeit. Süß sind sie alle die Ozis)

3. Bridging Oceania and south-east Asia, with significant commercial and development opportunities (Ozeanien und Südostasien, außerordentliche kommerzielle Entwicklungsmöglichkeiten)

4. The best experience for all fans, team and FIFA. (Das beste Erlebnis für alle Fans, Teams und FIFA. Darauf wartet die Welt seit 1930...)

5. Genuinely linking football and the FIFA World Cup(tm) with health, education and social outcomes (Fußball und die FIFA-Welt Cup(tm) mit Gesundheit, Ausbildung und Sozialresultaten verbinden)

6. A safe pair of hands - experience, stability and certainty (Vier Jahre Erfahrung mit Fussball, hier wird der Welt dann erst mal gezeigt, wie es wirklich geht)

7. The world's friendliest volunteers (Die freiwilligen Helfer in den anderen Ländern sind alle so missmutig)

8. A tailor-made, compelling concept ... Australia is ready (Maßgeschneidert und unwiderstehlich)

9. A multicultural society making Australia a true home-away from home (...fühlt sich hier nicht wie eine Heimat fern der Heimat an)

10. Completing the dream - a new frontier and the last continent for the FIFA World Cup

Commonwealth Spiele in 2006. Nette und freundliche Stimmung. Die freiwilligen Helfer waren herzlich und hilfsbereit. Und das ganz genau bis zu dem Tag, an dem die Spiele endeten. Dann verschwanden plötzlich 43 Sportler aus Sierra Leone, Bangladesh, Kamerun und Tansania stammend. Sie baten um Asyl. Eine öffentliche Hetzjagd begann. Einigen wurden Visa zugesprochen, der Rest wurde nach Hause geschickt. Ob das 'the best experience for everyone' war? Ist sowas denn dann ein wahrlich gelungenes Ende zu ganz außergewöhnlichen Spielen?

Schöne Grüße aus Melbourne!

Thursday, 10 June 2010

Komm rein, hier drinnen ist es schön warm


Komm lieber Mai und mache die Bäume wieder grün. Stimmt grad gar nicht in Victoria, Australien. Das kann man sich im Moment nur wünschen. Hier stehen ja alle auf dem Kopf, auch die Jahreszeiten. Draußen kann man es kaum aushalten, im Moment herrschen unerträglich eisige 15 Grad. Der Winter hat mit seiner ganzen grausamen Härte zugeschlagen.

Gestern Morgen fielen die Temperaturen auf zähneklappernde acht Grad. Die Pendler hatten mit kaltem Wind, Regen – sowie mit verspäteten Zügen zu kämpfen. Der Wintereinbruch hat quasi alles lahm gelegt. Victoria kann nur mit großer Mühe gegen die eisigen Temperaturen ankämpfen.

Im Stadtbild sieht man in Schals, Handschuhen, Pudelmützen und dicken Winterjacken eingemummelte Leute. Puh, es ist aber auch wirklich kalt. An vielen Schaufenstern hängen Schilder, die einen aufmuntern sollen, das Geschäft zu betreten. Komm rein hier ist es schön warm. Dies ist genau so komisch anzusehen, wie ein Schild an Kinos in Deutschland, die einen im Sommer mit einem Hinweis auf die Klimaanlage ermuntern wollen in die Vorstellung zu kommen. Herrlich, da kann man dann entspannt den 23 Grad entkommen!

Wie die dunkle Jahreszeit überstehen? Studien haben ergeben, dass viele Menschen in Australien gerade jetzt an Depressionen erkranken, da sie kaum Sonne abbekommen. In Deutschland liegt die durchschnittliche Anzahl Stunden Sonnenschein bei 1.550 pro Jahr. In Perth, Westaustralien bei 3.200 und in Melbourne, Victoria bei 2.200 Stunden jährlich. Das ist natürlich echt nur ganz schwer zu ertragen.

Es friert auf der einen Seite alles so stark, als wäre man am Nordpool. In den Cafes und Restaurants muss weiterhin alles draußen sitzen. Richtig schön mal wieder die Sonne und einen blauen Himmel zu sehen (stimmt es war ja für einige Stunden bedeckt heute). Als müsse man echt jeden Strahl Sonne nutzen, weil man sie kaum jemals sieht. Da dreht man einfach den Heizstrahler auf dem Bürgersteig richtig schön auf die höchste Stufe. Heizen für die Umwelt. Die Umwelt friert ja auch.

Für dünne Sommerkleider ist es wirklich definitiv zu kalt. Sandalen kann man jetzt auch nicht mehr tragen. Jacke muss schon sein, Pulli auch und geschlossene Schuhe erscheinen auch hilfreich bei diesem unwirtlichen Wetter. Einfach herrlich, was die hier in Australien als Winter bezeichnen. Perfekt.

Schöne Grüße aus Melbourne!

Wednesday, 9 June 2010

Call a bike, aber vergiss deinen Helm nicht


Das ganze Malheur in dem die Melburnians jetzt wieder stecken, dass ist eigentlich dem Freiherr Drais von Sauerbronn zuzuschieben. Dieser erfand in 1817 die Draisine, das heutige Fahrrad.

In Deutschland oder in Holland ist das ja alles ganz komisch, weil man dort gar nicht auf der Autobahn Fahrrad fahren darf. Hier radelt hingegen alles lustig mit der ungebändigten Lebensfreude eines Kindes auf dem Autobahn-Standstreifen rum, mit Helm versteht sich. Wenn ich mit meinem Kopf auf ein mit 80 km/h ‚anrasendes’ Fahrzeug pralle, dann geht doch nur der Helm kaputt und nicht mein Kopf. So, damit sind ja dann auch alle anderen Faktoren vom Tisch. Einbahnstraßendenken kann schöner nicht gelebt werden. In Australien herrscht deshalb auch Fahrradhelm-Pflicht. In Dänemark und Holland benutzt fast niemand einen Radhelm und es gibt weitaus weniger Unfälle mit Fahrrädern.

Da ja die Australier aber so wirklich ganz verrückt sind auf das Radfahren und sich ab jetzt auch intensiv und schnellstmöglich ganz echt mal um die Umwelt kümmern werden, reiht Melbourne sich somit ein in die Liste der Städte, die einen öffentlichen Fahrradverleih anbieten. Die 100 schönen blauen Fahrräder gibt es an zehn Plätzen im Gebiet der Innenstadt zu leihen.

Innovativ, modern, frisch? Für australische Verhältnisse sehr. Gibt es hier in Oz nämlich nirgendwo sonst. 1965 wurden erstmals Weiße Fahrräder in Amsterdam eingeführt. Fahrräder ohne Schloss, jedem zugänglich. In den 70er Jahren wurde ein ähnliches Konzept in Bremen eingeführt. Mietfahrradstationen, nach dem Prinzip wie man es heute kennt, wurden eingeführt in Rennes in 1998, 2000 in Helsinki und München, 2001 in Wien. Und viele weitere Städte entdeckten das System seitdem für sich. Die Vorteile liegen ganz klar auf der Hand. Fahrräder können spontan genutzt werden. Jederzeit und ganz egal welches Verkehrsmittel man für den Hinweg nutzt oder genutzt hat. Weniger Autos verstopfen unsere Städte.

Zurück nach Melbourne. Mist, nicht bedacht wurde irgendwie überhaupt nicht, dass man hier in Oz Land ja nur mit Helm fahren darf. Jetzt wird hin – und her überlegt. Was machen? Jeder sollte einfach immer und überall einen Radhelm mit sich führen, damit er spontan ein Rad leihen kann, wenn ihm danach ist. Ja, sehr praktikable Lösung diese. Stimmen wurden schon laut, dass so ein Helm ja wohl mal gar nicht in eine Handtasche passt. Andere fragten, ob es möglich sei zusammenklappbare Helme zu kaufen. Die muss es doch irgendwo geben.

Heute dann endlich ein Kommentar von einem Radspezialisten in der Tageszeitung. Er erklärt mal ganz genau, wie die Spreu vom Weizen hier in Australien getrennt wird und woran man erkennt wer ein guter Radler und wer ein schlechter Radler ist. Er muss es ja wissen.

“…Das Helmgesetz fungiert als ein Filter die Nicht-Fahrradfahrer von diesem Miet-System zu trennen, was somit viel sicherer für alle wird. Es ist echt gefährlich Fahrrad zu fahren, inmitten Fußgängern und Autos und Straßenbahnen, wenn man gar nicht weiß worauf man achten muss. Wenn man keinen Helm besitzt hat man wahrscheinlich gar nicht die Kenntnisse in starkem Verkehr zu fahren. Natürlich verfügt nicht jeder der einen Helm hat über ausreichende Qualifikation, doch ist dieser Besitz eines Helms ein großer Schritt in die richtige Richtung….“

Nicht einmal werden öffentliches Bewusstsein, Verkehrsregeln oder Radwege erwähnt. Braucht man doch auch nicht drüber informiert sein, einfach eine noch größere Handtasche kaufen, dann klappt das auch mit dem Radfahren.

Schöne Grüße aus Melbourne!

Tuesday, 8 June 2010

Spritztour mit Ute

Wohl so ziemlich jeder männliche australische Führerscheinanfänger hat ein und denselben Traum. Und der lautet UTE. Nein, nicht etwa eine Freundin die auf den Namen Ute getauft ist, wünscht er sich. Auch möchte er keinen nordamerikanischen Indianerstamm besitzen. Und das UTE, im Soldatengesetz die Abkürzung für Uniformtrageerlaubnis ist, dass weiß er doch auch gar nicht. Braucht er ja auch gar nicht zu wissen.

UTE, dass ist die Kurzform für Utility Vehicle = Nutzfahrzeug. Lustig anzusehen sieht man ihn in knallblau, gelb, lila oder feuerrot herumfahren. Gerne und meistens auch tiefer gelegt prägen sie das Straßenbild wie kein anderer das könnte. Der UTE (phonetisch ‚jut’) genießt in Australien ein hohes Ansehen, nur richtige Männer fahren ihn. Natürlich auch eine breite Masse von Handwerkern, die diese Art des Fahrzeugs wirklich zur Ausübung ihrer Tätigkeit brauchen.

Man munkelt, ausgerechnet eine Frau soll diesen archaischen UTE ins Leben gerufen haben. Die Bauersfrau wollte ihren Traktor zur sonntäglichen Fahrt in die Kirche nutzen. Sie wollte einfach bequem sitzen, sich nicht dreckig machen und obendrein auch nicht nass werden. Mit eben demselben Wagen aber wollte sie außerdem auch ihren Mann zum Markt schicken, wenn er mal wieder Schweine verkaufen sollte.

Aus heutiger Sicht wird man sofort stutzig. Sprung in die Jetztzeit. Um Nikita und Kevin in den Kindergarten oder zum Flötenunterricht zu bringen und danach im Bio Laden noch schnell ein paar Äpfel zu kaufen, benötigt die moderne Hausfrau oder aber auch der moderne Hausmann unter allen Umständen, das steht hier außer Frage, einen allradbetriebenen Wagen. Um 1930 jedoch war das Geld knapp. Die Anschaffung mehrerer PKW war dementsprechend für viele undenkbar und somit gleich von vorneherein ausgeschlossen. Tabu!

Kurzerhand schrieb die Bauersfrau einen Brief an Ford in Victoria/ Australien und bat um Abhilfe. Die Idee einer PKW/LKW Kombination gefiel den Ingenieuren bei Ford so gut, dass sie diese 1934 sofort in die Tat umsetzten. Bis heute ist der UTE, als eine Mischung aus Nutzfahrzeug und Personenkraftwagen ein Bestseller in Australien. Der UTE ein echtes Arbeitspferd mit gemütlicher Passagierkabine lässt so manches Jüngelchen-Herz höher schlagen.

Als er in Rente kam, baute sich der aus Victoria stammende Entwicklungs-Ingenieur des UTE den ersten UTE nach. Tragischerweise kam er in diesem Fahrzeug bei einem Unfall ums Leben.

Schöne Grüße aus Melbourne!

Monday, 7 June 2010

Komm mit auf ‚Zuckerrohrkröten-Tötungs-Safari’

In 1935 buchten sich einige Kröten eine Schiffspassage von Südamerika nach Australien. Ihnen war zu Ohren gekommen, dass Bauern in Queensland von einer Käferplage auf ihren Zuckerrohrplantagen berichteten. Immer ganz die gefräßigen Kröten machten sie sich in Hunderten nach Australien auf. Mit offenen Armen wurden die Kröten am Hafen empfangen und auf die vielen Plantagen gefahren, wo sie sich umgehend ans Werk machten und mit der Vernichtung der Käfer anfingen. Die Australier waren hellauf begeistert, bekamen sie doch dank der Kröten die Käferplage spielend in den Griff.

Obwohl die Kröten tausende und wahrscheinlich noch mehr Käfer aufgefressen hatten, benötigten sie doch um zu überleben weitere Nahrung. Sie waren hungrig und machten sich auf die Suche nach anderen Nahrungsquellen. Schnell stellten sie fest, dass ihnen auch Mäuse, kleine Eidechsen, Insekten und Pflanzen gut bekommen und lebten glücklich von da an.

Was hat der Bürgermeister von Darwin da jetzt mit zu tun? Er verflucht wohl noch heute die Australier die damals in 1935 die Kröten am Fähranleger abgeholt haben und sie auf die Plantagen gefahren haben. Der Bürgermeister von Darwin gehört der Organisation FrogwatchNT an. Eine Organisation die gegen eine Verbreitung der Kröten im Norden Australiens kämpft. Wie beim Militär versuchen Mitglieder von FrogwatchNT, die Bewegungen der Kröten an der Westlichen Front zu verringern. Ganz schön emsig.

FrogwatchNT gibt an, dass zurzeit ungefähr 92 Millionen Zuckerrohrkröten im Northern Territory den einheimisch vorkommenden Tierarten die Möglichkeiten der Nahrungsaufnahme vernichten, indem sie ihnen alles vor der Nase wegfressen. Umweltschützer berichten, dass vier Echsenarten vom Aussterben bedroht sind, da sie sterben sobald sie die giftige Zuckerrohrkröte essen. Die Kröten schmecken demzufolge wohl lecker. Diese Kröten haben laut Expertenmeinung die Nahrungskette völlig durcheinander gebracht.

Die Geister die Australien rief, müssen nun getötet werden. Eine ganz eigene Vorstellung den Tourismus anzukurbeln, ist eine ‚Zuckerrohrkröten-Tötungs-Safari’. Man hat den Eindruck, als wolle NT Kosten sparen, soll diese grauselige Aufgabe doch nun von Touristen erledigt werden. Laut eines Vorschlags des Bürgermeisters von Darwin, sollen Touristen und Rucksacktouristen ins Northern Territory gelockt werden, um Millionen Zuckerrohrkröten zu jagen und zu töten.

„Wenn Touristen in der Bekämpfung helfen würden, wäre dass eine fantastische Erfahrung für sie. Es würde ihr Erlebnis mit Einheimischen Tierarten immens vergrößern. Die jährlich in der Nähe der Northern Territory und der Westaustralischen Grenze stattfindende Krötenzusammentreibung, bei der 48.000 Zuckerrohrkröten gefangen werden, ist äußerst beliebt bei Touristen“.

… "Es ist eine unglaubliche Erfahrung dort draussen zu sein ... diese Plätze bei Nacht zu erleben, Krokodile im Wasser, der Duft von Abenteuer, es gibt den Leuten ein Erfolgserlebnis“, sagt der Bürgermeister.

‚Erfolgserlebnis’ (durch töten), als einzigartiges Verkaufsversprechen. Wenn man sonst nichts hat im Leben, dann sorgt Kröten töten wohl für ein echtes Hoch. Was hast Du denn so gemacht im Sommer? Ich habe 200 Kröten in Australien getötet. Was für ein erfolgreicher Typ du bist!

Der Vertrieb von Merchandise Artikeln könnte dem Northern Territory noch als eine weitere Einnahmequelle dienen. Die Wahl der Krötenkönigin oder des Krötenkönigs von Darwin oder gar der ganzen Südlichen Hemisphäre. T-Shirts auf denen steht: ‚Ich tötete xxx Kröten in Australien’ oder ‚I heart Kröten töten’.

Riesige Kröten, welche die Größe eines kleinen Hundes haben, wurden am Stadtrand von Darwin gefangen. Diese richten große Schäden an. Ein Politiker aus dem Northern Territory rät zur Benutzung von Kricketschlägern, Golfschlägern und Geländewagen, um die lästigen Amphibien zu töten.

Hau drauf, mit allem was du finden kannst. Nicht sehr nett. Andere Lebewesen erschlagen, nicht so gut. Wie kann man damit werben, irgendwas oder irgendjemanden zu töten? Behaupten auch viele, es sei doch nur eine Kröte.

Hoffe die Aussies finden ein paar intelligentere Ideen das Krötenproblem in den Griff zu kriegen. Ausschreibung an alle Käfer dieser Welt. Australien sucht interessierte und hungrige Käfer, die für ein Leben auf einer Zuckerrohrplantage im sonnigen Queensland sterben würden. Kost und Logis frei.

Schöne Grüße aus Melbourne!

Sunday, 6 June 2010

Tim Tams. Prinzenrollen Ersatz gibt es auch

Die australische Prinzenrolle sind die Tim Tams, Schoko-Biskuitkekse mit Cremefüllung und Schokoguss. Von ihnen werden pro Jahr 35 Millionen Packungen an die ungefähr 21.9 Millionen Einwohner verkauft. Die Hersteller Firma gibt es bereits seit über 140 Jahren. Diese mittlerweile zur australischen Ikone hochstilisierte Firma brachte 1964 die Tim Tams auf den Markt und als Namensgeber für diesen Weltklasse-Schoko-Keks wird ein amerikanisches Rennpferd genannt.

Süßes-Schwarzwald-Vergnügen

Tim Tams gibt es in den unterschiedlichsten Geschmacksrichtungen, wer kann so einem Angebot widerstehen? Karamell, Zartbitter, Honig, Pfefferminz, Sahnekeks, Schokoladen-Nussmousse, Süßes-Schwarzwald-Vergnügen, Sahne-Karamell-Kapitulation ...

Tim Tam-Slam

Mit den Tim Tams lassen sich leckere Rezepte wie Karamell-Explosion, Milchmixgetränke oder Brownies zaubern. Auch ein witziges Spielchen gibt es, den Tim Tam-Wettstreit. Man nimmt ein Tim Tam und beißt oben und unten ab, dann benutzt man den Keks als Strohhalm, um ein Heißgetränk oder einen Whisky zu trinken. Wer die meisten schafft, gewinnt. So einfach ist das. Je nach Getränk wird das Spiel mal mehr, mal weniger interessant ausfallen.




Schöne Grüße aus Melbourne!

Friday, 4 June 2010

Radiostation sucht 'nicht rassistische' Vorurteile


Mache gerade das Radio an. „Sind Sie Opfer eines Vorurteils, welches nicht rassistisch ist, rufen sie uns an“. Ich bin so gross, alle denken immer ich wäre tollpatschig. Ich bin so dick, alle denken ich wäre dumm. Anrufer aus vielen Teilen der Region melden sich mit ihren Problemen zu Wort. Leute rufen an und erzählen ihre Erlebnisse. Grosses Gelächter und Erstaunen.

Niemand ruft an und wundert sich, was der Zusatz ‚nicht rassistisch’ soll. Es ist wohl zu normal, rassistisch zu sein. Es fällt einfach nicht auf. Fremdenfeindlichkeit ist so akzeptiert, wie zum Frühstück einen Kaffee zu trinken, sich die Tageszeitung zu kaufen oder tausendmal am Tag seine E-Mails zu checken.

Warum der Zusatz ‚nicht rassistisch’ frage ich mich. Ist der Radiostation wirklich so bewusst, dass hier in Oz eigentlich fast alle Rassisten sind? Interessiert es sie absolut nicht, dass Zugereiste Probleme aufgrund ihrer Nationalität haben? Langweilt es sie nur noch, wenn Ausländer sich über inkorrektes Verhalten beschweren? Haben sie Angst, dass viele unangenehme Geschichten auf den Tisch kommen? Ich wurde in der Innenstadt angegriffen, weil ich Inder bin?

Auf vielen PKW’s sieht man auch einen Aufkleber mit dem Spruch „If you don’t love it leave“ auf australischer Flagge als Hintergrund. Wenn es Dir nicht gefällt, dann geh doch. Was das soll? Wie fühlt sich so ein Fahrer, so eine Fahrerin? Sitzt da drin, hinterm Steuer und ist den ganzen Tag einfach nur stolz Australier zu sein oder wie hab ich mir das vorzustellen? Was, würde jemand mit so einem Aufkleber durch Deutschland fahren? Würde man dem Wagen den Lack zerkratzen oder sonst irgendwas anstellen? Ich hoffe doch sehr.

Im Schreibwarengeschäft. Eine Australierin mit Kinderwagen bat mich aus dem Weg zu gehen. Ich ging zur Seite, um ihr Platz zu machen. Der war wohl nicht ausreichend. Sie forderte mehr Platz. Das passiert so überall auf der ganzen Welt Millionen Mal täglich. Als ich sagte, sie habe aber nun sicherlich genug Platz, erwiderte sie das ich wohl besser dahin zurück gehe wo ich hergekommen bin. Rassismus lässt sich ja immer mit Dummheit begründen. Oder mit Angst. Ist diese Dame dumm, hatte sie Angst vor mir? Ich war traurig, gekränkt. Wollte nach Hause, zu denen die mich kennen und die mich im Edeka Markt nicht beschimpfen würden. Noch nicht einmal lernen konnte ich was von dieser Geschichte. Wusste schon lange vorher, dass Fremdenfeindlichkeit was für Verlierer ist.

Werde ich jetzt ausgewiesen, weil ich das hier geschrieben habe? Mir wird es nie langweilig im Paradies. Das Wetter ist echt immer gut hier ;-)

Schöne Grüße aus Melbourne!

Thursday, 3 June 2010

There is nothing like Australia

Fertig ist er, der neue Australien Spot. Die Landschaftsaufnahmen sind schön. Die Musikalische Untermalung vermittelt exzellent die Weltfremdheit der Australier. Ehrlicher kann ein Werbespot nicht sein!

Das Wetter ist aber echt immer gut hier ;-)



Schöne Grüße aus Melbourne!