Tuesday, 31 May 2011

Melbourne, aus tiefer Not schrei ich zu dir!

In Melbourne ist es ja grad so was von kalt! Die Stadt Melbourne erlebte ihren kältesten Mai seit 40 Jahren. Und ich war doch tatsächlich dabei!

Melbourne. Nachmittag im Mai

Heute konnten wir alle schwarz auf weiß in der Tageszeitung lesen, was wir eigentlich schon den ganzen Monat über geahnt hatten.
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Melbourne zitterte durch die kältesten Maitage der letzten 41 Jahre und das bei einem bewölkten Himmel. Meteorologen prognostizieren die düstere Stimmung wird auch weiterhin anhalten, wenn die üblichen Winterkaltfronten einziehen werden. Die maximale Temperatur lag im Durchschnitt bei 16,3 Grad, während am 11. Mai dem kältesten Tag in diesem Monat, das Quecksilber kaum über 12 Grad anstieg. Drei starke Kaltfronten haben zu einem grauen Himmel und kühlen Südwinden geführt. Es gab eineinhalb Stunden weniger Sonnenstunden pro Tag, sodass wir viele trübe Tage hatten. Trotz der rauen Tage waren die Nächte mild mit einem durchschnittlichen Minimum von 9,6 Grad, etwas wärmer als der Mai im vergangenen Jahr.
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Heute hatten wir 17 Grad und fett Sonnenschein, es wird grad dunkel und zurzeit haben wir 12 Grad. Gestern hatten wir tagsüber eiskalte 20 Grad und Sonnenschein! Hab mal kurz bei meinen alten Nachbarn reingeschaut. Paris, dort herrscht auch totales Winterchaos, heute sind dort winterliche 17 Grad angesagt, dass gleiche gilt für London. Und die armen Holländer. Amsterdam in Not, dort herrscht extremer Pudelmützen-Alarm bei nur 16 Grad!

Wir hier in Australien befinden uns natürlich im absoluten Ausnahmezustand. Alle frieren und das ist erst der Anfang vom Winter. Wie sollen wir den jemals überstehen? Bitte Daumen drücken!

Doch mal ehrlich, es ist wirklich super kalt hier ... Wer friert nicht?

Schöne Grüße aus Melbourne!


Monday, 30 May 2011

Online einkaufen. Australier sind jetzt auch dabei!

Seit einigen Tagen überschlagen sich hier auf der Insel die Berichte. Gefragt wird nun endlich einmal, warum hier alles so teuer ist in Oztralien? Das fällt denen ja früh auf, Blitzmerker sind was anderes. In Gesprächen lassen Australier oft durchblicken, dass sie davon überzeugt sind, dass hier alles so teuer ist, weil der australische Dollar derzeit so stark ist. Autsch, ihr Hobbyökonomen, dass tut ja schon fast weh!

Auf „besonderen Wunsch“ habe ich doch mal einen Blick auf die australischen Bierpreise geworfen. Ich mag kein Bier und trinke auch nie welches, aber eine kurze Blitzrecherche kostet ja nichts. Dabei durfte ich feststellen, dass Carlton Draught AUD 5,22 pro Liter, Fosters AUD 5,55 pro Liter, Grolsch AUD 10,00 pro Liter und Heineken AUD 8,58 pro Liter kosten. Huch! Hört sich unnatürlich saftig an.

Die Zeit scheint stehen geblieben zu sein. Relativ neu ist hier noch immer das Konzept im Internet einzukaufen. 

Auch ich habe mit einem prüfenden Blick auf den Kalender feststellen dürfen, dass wir 2011 haben! Hier dauert halt alles etwas länger. Jetzt kann ja jeder für sich mal kurz nachrechnen, seit wann er online einkauft und dann weiss man, wie weit die hier hinterher sind. 

Erst heute wurde in der Zeitung ein Artikel veröffentlicht, der uns erklärte, dass es auch ganz schön gefährlich sein kann, online einzukaufen. Verbraucher wurden vor Identitätsdiebstahl und Garantieeinbußen gewarnt. Das sind doch beides Dinge, vor denen uns schon unsere Grundschullehrer gewarnt haben!

Vor einiger Zeit habe ich auf Gumtree Konzerttickets verkauft. Die Käuferin hat mir ihre Anschrift, ihren vollen Namen und ihre Telefonnummer genannt. Da wir über ihre Arbeits-E-Mail korrespondiert haben, wusste ich sogar auch, dass sie als Einkäuferin bei Myer arbeitet. Als wir uns zur Übergabe getroffen haben, hat sie ihr Auto mit Schlüssel im Zündschloss stehen lassen, um am Geldautomaten Geld zu holen. Ich habe sie gefragt, warum sie jedem daher gelaufenen den sie im Internet kennenlernt, ihre Daten gibt (in dem Fall war ich das). Sie hat über so Dinge nie nachgedacht und sich bedankt, dass ich sie zum Nachdenken angeregt habe. 

Irgendwie ist diese Naivität angenehm, sie zeigt, wie behütet man im Grunde in Australien aufwächst, doch irgendwie ist sie gleichzeitig sehr weltfremd.

Jetzt bin ich mal gespannt! Wir alle wissen. Käse, Kleidung, Eis und Zahnpasta sind überteuert in Oztralien ... 

Doch, was war bislang das Teuerste, dass Euch hier in Australien über den Weg gelaufen ist? Ich freue mich auf viele Antworten, Kommentare und  Anregungen!

Schöne Grüße aus Melbourne!

Friday, 27 May 2011

Ich bin eine Immigranten-Papageiendame!

Tja, bin ja jetzt seit über fünf Jahren hier, davor war ich ein Jahr in London. Lebe also seit langer Zeit in einem englischsprachigen Land. Oder, um genauer zu sein. Ich lebte ein Jahr in einem englischsprachigen Land und nun in einem Land, in dem man vorgibt, Englisch zu sprechen. Ich darf so was ja sagen, als Immigrantin. Aber, man gewöhnt sich an alles. Auch wenn es sich für meine Ohren in den meisten Fällen so anhört, als würde ich mit Hooligans sprechen. Das kann sich ja keiner aussuchen, wo er aufwächst.

Alle regen sich ja immer voll auf, dass ich den Akzent der hier in Melbourne gesprochen wird, ganz besonders „nicht lieb“ hab. Die Melburnians haben mir schon oft verraten, dass sie von sich glauben ein besseres Englisch zu sprechen, als die Leute in Queensland. Leute aus Queensland und Westaustralien sprechen für meine Ohren jedoch ein viel zivilisierteres Englisch! Ist ja auch Geschmacksache. Ja, so hat mein Gehör schon fast ganze „Girls Nights“ ruiniert. Warum fragen die mich auch danach, wenn sie die Antwort gar nicht wissen wollen? Anderes Thema.

Aber, es geht jetzt gar nicht um die Australier und das ich deren Akzent daneben finde. Ganz im Gegenteil. Eine englische Freundin von mir ist jetzt in die USA gezogen und dort versteht sie keiner. So bin ich eigentlich auch auf diesen Beitrag heute gekommen. Ich habe mich von ihr inspirieren lassen. Sie ist also in die USA gezogen, dort versteht sie keiner, weil sie Engländerin ist. Willkommen in meiner Welt sag ich da nur! Ich bin keine Engländerin, dass will ich damit jetzt nicht sagen, ich meine nur, mich versteht hier auch niemand.

Es geht darum, dass die AustralierInnen meinen Akzent einfach nur unverständlich finden.

Beispiel: Ich gehe mir ein Eis kaufen. Ach schlechtes Beispiel, mach ich ja so gut wie nie, Kügelchen AUD 4,50 bis AUD 5! Also werde ich mein Beispiel doch lieber etwas realitätsnäher wählen. Ich gehe mir ein ein paar Schuhe kaufen.

Immigranten-Ich: „Haben sie das Paar auch in Größe XX?“

Verkäuferin: „Was?“

„WAS“. Es ist immer zu viel ein Höfliches: „Entschuldigung, das habe ich jetzt nicht verstanden, können sie das wohl kurz wiederholen (ich bin einfach so doof, ha ha ha)?“, zu erwidern.

Da bin ich sehr stur, kann einfach nicht anders. Ich stelle die gleiche Frage im gleichen Tonfall erneut.

Immigranten-Ich: „Haben sie das Paar auch in Größe XX?“

Verkäuferin: „Da geh ich mal gucken!“

Immigranten-Ich: „Großartig, danke schön“

Verkäuferin: „Sind sie Französin?“

Immigranten-Ich: „Danke fuer das Kompliment!“

Verkäuferin: „Was?“

Immigranten-Ich: „ ... ist schon ok!“

All zu gerne möchte ich wissen, wie viel Zeit ich in den letzten Jahren damit verschwendet habe, alles doppelt zu sagen. Ich bin zu meinem eigenen Papagei geworden. Wenn ich in besonders witziger Stimmung bin, sage ich alles zweimal, ohne das mein Gegenüber danach fragt. Einfach so. Die merken das meistens gar nicht. Ist aber noch blöder, meistens muss ich es dann wiederholen und habe letztendlich dreimal gefragt, ob es die Schuhe noch in Größe XX gibt.

Spreche ich mit meinen englischen Freunden über mein Schicksal der zur Papageiendame gewordenen Immigrantin, dass ganz ohne das die mich fragen, was ich ihnen jetzt erzählen möchte, stelle ich immer wieder fest, dass die auch die gleichen Probleme haben. Auch sie müssen hier alles wiederholen.

Wir fragen uns nur, warum man immer alles wiederholen muss? Versuchen sie Zeit zu schinden? Müssen sie das Gefragte verarbeiten, es sortieren und dann schnell versuchen ihrem Gehirn eine Reaktion zu entlocken? Wir fragen uns nur, warum man immer alles wiederholen muss? Versuchen sie Zeit zu schinden? Müssen sie das Gefragte verarbeiten, es sortieren und dann schnell versuchen ihrem Gehirn eine Reaktion zu entlocken?

Ja, ich weiß, das war jetzt zweimal, nur für den Fall, dass ...

Schöne Grüße aus Melbourne!


Thursday, 26 May 2011

Oz. National Sorry Day! Nix passiert!

 Stell Dir vor, es ist National Sorry Day und keiner kümmert sich drum.


Der erste National Sorry Day fand am 26. Mai 1998 statt. Der Menschenrechtsrat und die Kommission für Chancengleichheit hatte in 1997 einen Bericht über die Entfernung von Kindern der Ureinwohner und der Torres Strait Islander von ihren Familien veröffentlicht. Diese Kinder, die vom Staat entführt wurden, sind seitdem als die gestohlenen Generationen bekannt.

Seitdem die Weißen erstmals einen Fuß auf australischen Boden gesetzt haben, wurden Eltern und Kinder der Ureinwohner und der Torres Strait Islander voneinander getrennt, weil den Kindern europäische Werte und Arbeitsgewohnheiten eingeschärft werden sollten. So ausgebildet konnten sie dann in den Dienst der kolonialen Siedler gestellt werden. Um das alles so machen zu können, wurden Vorschriften und Gesetze erlassen. Alles unter dem Vorwand, die Kinder vor den Ureinwohnern schützen zu müssen. Die noch ganz kleinen entführten Kinder sollten also vor sich selber geschützt werden? Im Alter von vierzehn Jahren wollte sie dann plötzlich niemand mehr schützen, dann konnten sie nämlich schon für die Weißen arbeiten gehen?!

Häufig wurden die Kinder in Heime gesteckt, in denen sie „umerzogen“ wurden. Die Jungen nannte man seinerzeit "Insassen", ihre Köpfe wurden rasiert, alle Habseligkeiten wurden ihnen weggenommen und sie wurden offiziell mit einer Nummer bezeichnet. Kinder wurden misshandelt und ab einer gewissen Uhrzeit eingesperrt. Ihre Kultur, Sprache, Herkunft wurde ihnen abtrainiert. Ab und an wurden sie auch vergewaltigt. Mädchen wurde zugetraut, dass sie arbeiten können, doch nicht das sie mit ihrer Bezahlung, ihrem Geld umgehen können, sie bekamen deshalb nur ein kleines Taschengeld. Wenn die Kinder zu ihren Familien Kontakt aufnehmen durften, war dieser sehr begrenzt und wurde zensiert.

Tuesday, 24 May 2011

Augenzeugin. Yang aus China!

Heute habe ich mich mit Tracy zu Kaffee und Kuchen getroffen. Tracy ist eigentlich gar nicht ihr richtiger Name. Eigentlich heißt sie Yang, doch aufgrund der Erfahrung, dass ihren Namen hier in Australien niemand aussprechen kann und es ihr viel zu kompliziert ist, ihn dauernd zu buchstabieren hat Yang sich kurzerhand in Tracy umbenannt. Yang kommt aus Wuhan in China, so ziemlich genau aus der Mitte von China, wo sich der Jangtsekiang und der Han-Fluss treffen.

Yang war im Rahmen eines Forschungsprojekts auf der Suche nach Deutschen, die hier in Australien wohnen. Sie vergleicht anhand unterschiedlicher Kriterien die chinesische, australische und deutsche Kultur miteinander. Geradeheraus habe ich ihr auf alle Fragen geantwortet. Als ich ihr sagen sollte, was ich hier am allerschlimmsten finde, habe ich ihr meine drei „Lieblings-Aufrege-Themen“ genannt. Erstens, das Gesundheitssystem und die Ärzte sind unter aller Würde. Zweitens, das Autofahren grenzt an eine Comedyshow, da hier niemand ordentlich fahren kann. Drittens, hier gibt es zu viele Rassisten. Wie immer, hab ich für mich ganz alleine gesprochen!

Nachdem wir noch lange weiter über die Unterschiede zwischen den Chinesen und den Deutschen gefachsimpelt haben, durfte ich ihr netterweise auch ein paar Fragen für den heutigen Beitrag stellen.

Los geht’s!

Augenzeugin. Yang aus China!


Wie lange wohnen Sie schon hier in Australien?

Mein Vater hielt es für wichtig, dass ich die Welt kennenlerne. Nun lebe ich seit eineinhalb Jahren hier.

Wir alle wissen, die Zeit rennt und wir erleben viel. Erinnern Sie sich doch bitte. Was haben Sie gedacht, nachdem Sie Ihren ersten Tag hier verbracht hatten?

In China ist es selbstverständlich das jeder jedem hilft, die Menschen sind sehr gemeinschaftsorientiert und freundlich. Hier stand ich plötzlich alleine da, ohne dass mir viel erklärt wurde.

Wie haben Sie die Zeit des Einlebens empfunden, was war während dieser Zeit das schwierigste, was das einfachste?

Es ist mir leicht gefallen, Freundschaften mit Klassenkameraden und Lehrern an der Uni aufzubauen. Das führt leider zum schwierigsten Punkt. Es ist nicht so einfach, diese Kontakte mit meinen chinesischen Freunden die ich hier geschlossen habe zu vereinbaren. Chinesen gehen am liebsten in asiatische Restaurants und Bars, sie sind gerne unter sich.

Der in Australien gültige Urlaubsanspruch pro Jahr (plus Feiertage) beschränkt ungemein! Welche Sehenswürdigkeiten hatten Sie die Gelegenheit zu besuchen?

Ich war in Sydney, Brisbane und an der Gold Coast. 

Das mit dem wenigen Urlaubsanspruch wird hier zum Glück gar nicht so eng genommen. Das Lehrpersonal ist sehr freundlich und hilfsbereit, wenn man mal freihaben möchte. Wenn man es erklären kann, bekommt man auch ohne eine Krankschreibung vom Arzt frei und das, ohne das die Abwesenheit vermerkt wird.

Drei in einer. Wie oft fliegen Sie heim, wie oft haben Sie Besuch aus der Heimat, was ist Ihr bestes Hilfsmittel gegen Heimweh?

Seitdem ich hier wohne, war ich einmal daheim und meine Mutter hat mich einmal hier besucht. Ich habe manchmal Heimweh, so wie jeder andere auch.

Wenn ich beispielsweise das Essen vermisse, koche ich es mir halt selbst.

Alles total anders hier! Was hat Sie am meisten überrascht?

Am meisten überrascht hat es mich, dass die Leute in öffentlichen Verkehrsmitteln lesen und dass so viele Menschen in der Innenstadt auf der Wiese liegen, häufig auch noch in Bikinis und kurzen Shorts.

Beides wäre in China undenkbar.

Was lässt sich zum kulturellen Angebot in Australien sagen?

In Australien gibt es in dem Sinne keine Kultur. Die Kultur der Ureinwohner wird nicht besonders geachtet, ich frage mich warum? Und dann kamen irgendwann die Engländer und die anderen Nationalitäten hierher, die ihre Dinge mitgebracht haben. Hier gibt es viel Wasser, Wassersport ist wohl ein Teil der Kultur.

Wenn Australien eine Frau wäre, wie würden Sie sie beschreiben?

Wenn Australien eine Frau wäre, würde ich sie als männlich und lässig beschreiben. Ja genau!

Hinterher ist man immer schlauer! Was hätten Sie gerne vorher gewusst? Nach so einer langen Zeit, die Sie schon hier leben, kann man Sie ohne Weiteres als Experten bezeichnen. Jetzt bitte noch Ihren Rat für „auswanderungswütige“! Noch irgendwas, was Sie uns unbedingt noch gerne erzählen möchten?

Es wäre gut gewesen, vorab schon einige australische Phrasen aus dem Alltagsleben gewusst zu haben.

Auswanderungswütigen rate ich, sich vorzubereiten. Es ist anders als die Heimat, wenn man sich das klar macht und immer wieder vor Augen hält, kann man es hier gut aushalten.

Würden Sie wieder nach Australien auswandern?

Ja, ich würde es wieder machen. Besonders als älterer Mensch, die Natur hier ist sehr schön.

Danke sehr! Für Ihre Zukunft wünsche ich Ihnen alles Gute.


Und wer noch mehr Augenzeugen treffen möchte, bitte hier entlang ... Menschen, die hier in Australien wohnen und von ihren Erlebnissen berichten. 


Wer jetzt auch Lust bekommen hat hierher zu ziehen. Bei der Einwanderungsbehörde gibt es alle Informationen, die man braucht.  

Schöne Grüße aus Melbourne!

Monday, 23 May 2011

Schokoladenkuchen-Musik aus Melbourne!

Hier in Melbourne ist er schon fast da, der Winter. Vorbei ist somit auch endlich die Zeit, in der man ständig über die perfekte Bikinifigur nachdenken muss. Rein in dicke Pullis, Hosen und Stiefel. Was für ein Glück wir hier in Australien doch haben! In Europa munkelt man derzeit hingegen, dass der Sommer eingetroffen sei.

Ein fetter leckerer Schokokuchen ist genau passend zum australischen Winter. Und zwar von der Art von Kuchen, wie er hier in Australien total beliebt und trendy ist. Einfach nur lecker! Reichhaltiger Schokoladenkuchen ohne Mehl, der trotz seiner Fülle zart ist und bei der Zubereitung dementsprechend liebevoll behandelt werden muss.

Der Kuchen schmeckt immer! Natürlich auch, wenn man im Bikini einen entspannten Sommertag im Garten oder inmitten von bunten Blumentöpfen auf dem Balkon verbringt!

Sündhaft leckerer Schokoladenkuchen auf „australische Art“
 
Zutaten:
400 g Butter
250g feiner Zucker
8 Eier, getrennt,
400g Schokolade, 70 Prozent Kakao
250g gemahlene Mandeln
Himbeeren
Puderzucker zum bestreuen

Zubereitung:
■ Den Backofen auf 180 Grad vorheizen. 26 cm runde Kuchenform ausfetten und mit Backpapier auslegen.
■ Butter im Wasserbad schmelzen. In eine Rührschüssel geben und feinen Zucker zugeben. Zusammen cremig rühren.
■ Eigelb mit einer Gabel schaumig rühren und die Butter und den Zucker hinzufügen. Schokolade im Wasserbad schmelzen, zur Butter, Zucker und Eimischung geben. Mandelmehl zugeben und gut verrühren.
■ In einer separaten Schüssel das Eiweiß steif schlagen, bis sich Spitzen bilden. Ein Viertel der Eiweißmasse unter die Schokoladenmasse mischen, bis diese vollständig integriert ist. Vorsichtig den restlichen Eischnee nach und nach zugeben.
■ Den Teig in die Backform geben, 50-60 Minuten backen (oder bis fertig gebacken).
■ Abkühlen lassen, aus der Form nehmen.
■ Die Mitte des Kuchens mit Himbeeren dekorieren, mit etwas Puderzucker bestäuben
■ Mit Sahne und frischen Beeren servieren.

Tipp: Einen Tag vor dem Verzehr backen (wenn man das Prachtstück stehen lassen kann).

Und passend zu diesem Kuchen ein Lied von einer Band aus Melbourne “My friend the chocolate cake“. 

Richtige Schokoladenkuchen-Musik!


Schöne Grüße aus Melbourne!

Sunday, 22 May 2011

Planking in Australien. Kleines Filmchen!

Planking ist jetzt hier in Australien offiziell "the new black" oder aber auch der absolute Kracher.

Oma, Opa, Hund, Junge, Mädchen, Mama, Papa alle waren damit beschäftigt in der letzten Woche.

Ein paar vereinzelte Firmen reiten mit auf der PR Welle, indem sie erklären Planking sei in ihrem Unternehmen verboten, bla bla bla. Gerade die Firmen, die sich sonst nicht darum kümmern, wie ekelhaft das Zeug ist, dass sie verkaufen. Was man nicht alles macht, für ein wenig freie Werbung.

Hier also: Planking in Australien.




Schöne Grüße aus Melbourne!

Australiens Ureinwohner sind nicht begeistert!

Nahm man hier in Melbourne an einem Talk oder Workshop teil, konnte man erleben, dass den Ureinwohnern Australiens, die ja vertriebene Grundstückseigentümer sind, vorab gedankt wird. 

Es war gesetzlich verankert, den Ureinwohnern bei öffentlichen Veranstaltungen auf diese Art Respekt zu zollen. Das sah oftmals so aus. „Wir danken den Wurundjeri, den Ureinwohnern, dass wir heute hier sein können ...“

Der Premierminister von Victoria findet so was ganz einfach übertrieben. Diese Verordnung ist somit seit dieser Woche außer Kraft gesetzt. Die Ureinwohner sind nicht begeistert davon. Es bedeutete ihnen viel, dass die Weißen auf diese Art ein Zugeständnis machten.

Friday, 20 May 2011

„Da werden Sie geholfen!“

"Hälo, I nied krädit kard, how?!"

„Da werden Sie geholfen!“ musste ich beim Anblick dieser Werbung doch gleich denken.

Bin drüber gestolpert und kann mich nur wundern.

Sollten denn bei der Beantragung einer Kreditkarte nicht eher die finanziellen Verhältnisse wie Einkommen, Grad der Verschuldung und Beschäftigungsverhältnis ausschlaggebend sein, als die Nationalität des Antragstellers?

Ich bin Immigrantin. Warum ist meine Kreditkarte anders als die der Australier? Bin ich also doch anders, oder wie jetzt? Bin ich natürlich nicht, also ist dieses Schild totaler Schrott!

Erst wollte ich mir den Spaß machen und mich bei der Bank mal ausführlich und im Detail über die "Immigranten Kreditkarte" informieren lassen. Und das unter Einsatz eines ganz holprigen Englisch.

"Hälo, I nied krädit kard, how?!"

Hab ich aber nicht. Nun bleibt nur dieses Schild von dieser Episode ... verpasste Chance.

Schöne Grüße aus Melbourne!

Thursday, 19 May 2011

UGG Boots fuer Herren?!

Gestern in Sydney!

Ok oder nicht ok? Ja oder nein? Geht schon oder geht auf gar keinen Fall?

Was meint Ihr? 



Schöne Grüße aus Melbourne!

Monday, 16 May 2011

Die Kunst des aktiven Hinlegens - Planking

Die Australier haben ein neues Hobby. Planking. Planking ist die Kunst des aktiven Hinlegens. In Europa spielt man es schon seit ein paar Jahren, doch wie immer, alles braucht seine Zeit, bis es hier ankommt.

Man kann es entweder alleine oder aber auch in der Gruppe machen. Der Ort des Plankings kann frei gewählt werden. Die Möglichkeiten sind endlos und der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Jetzt hat dummerweise einer so übertrieben und ist beim Planking auf seinem Balkon in der siebten Etage umgekommen. Und nun soll es verboten werden.



Schöne Grüße aus Melbourne!

Wie du mir nicht, so ich dir erst Recht nicht!

Den meisten Leuten die eine Aufenthaltsgenehmigung für Australien haben, geht, gelinde gesagt, ja voll einer ab. Ist ja auch irgendwie verständlich. Man muss viel über sich ergehen lassen, um hier reinzukommen. Nichts Schreckliches, doch macht man sich zum Affen. Die ganze Prozedur könnte man sich ja sparen, indem man lieb und brav zu Hause in seiner Heimat auf dem Sofa sitzen bleiben würde.

Mehr als fünf sehr lange Jahre ist es her, dass ich bei der Tortur mitmachen durfte. Ich erinnere mich, es war nervig und völlig unkoordiniert lief auch alles ab. Nein, ich sitze gerade nicht strickend im Schaukelstuhl! Warum muss die australische Einwanderungsbehörde beispielsweise wissen, ob ich Geschwister habe und wenn ja wie diese heißen und ob sie verheiratet sind? Oder was geht es die an, wo ich in den letzten zehn Jahren im Urlaub war? Wenn man mal nachfragt, sind die gleich ungehalten. Ein erster Vorgeschmack auf „if you don’t love it leave“. 

Einen Sprachtest muss ich ja auch noch machen. Mit Hunderten zusammengepfercht finde ich mich in einer Turnhalle wieder, in der ich mir wie ein Verbrecher vorkomme. Man kann auch ein paar Tausend AUD hinblättern und sich sein Englisch erkaufen. Sobald man die Summe hingeblättert hat, kann man auch Englisch. Das ist australische Magie. Es geht also gar nicht so ganz darum, die vorhandenen Sprachkenntnisse festzustellen. Aber um was denn dann? Geld? Erniedrigung? Macht?

Ohne Erfolg habe ich mich mal erkundigt, wie viele Antragsteller sich für den Kauf der englischen Sprache entscheiden. Wo kämen wir auch hin, wenn jeder alles wissen dürfte. Australien ist nicht gerade das optimale Land für Fragensteller.

Immigranten haben an irgendeinem Punkt in dem Einwanderungsprozedere wohl irgendwas zu machen, bei dem sie sich erniedrigt fühlen oder von dem sie denken, was soll das denn nun? Da staut sich ja im Laufe des Verfahrens ein gewisser Unmut und bei manchen vielleicht sogar auch ein wenig Wut an.

Ist das der Grund für eine nicht einzuordnende Stimmung der Mitbürger? Viele Menschen hier sind so unglaublich scheinheilig. Was ist da wohl hinter der Fassade los? 

„Jeder hatte es so schwer hier einzureisen, warum soll es denn jetzt jemand anderes besser haben? Ich will das alle anderen sich genau so sehr anstrengen müssen, wie ich es musste. Im Sinne von ausgleichender Gerechtigkeit wäre es sogar angebracht, wenn andere sich noch ein wenig mehr als ich ins Zeug legen müssen“. 

Kommt jemand neu hier auf der Insel an, lässt man die superschlaue alte Häsin oder den pfiffigen Hasen raushängen und gönnt dem nächsten nicht das Schwarze unter den Nägeln. Nicht gut, da verkrampft. Ist das wohl ein Problem, das alle Immigranten haben? Warum ist das wohl so? Neid, Missgunst? Angst vor Benachteiligung?

Der imposanteste Fall, von dem ich vorgestern noch gehört habe, war ein 23-Jähriger, der für seine australische Aufenthaltsgenehmigung nun zu einem anderen Glauben wechselt. Die Eltern seiner Freundin tolerieren nur einen Partner, der ebenfalls ihrem Glauben anhängt. Jetzt sind sie verlobt und er studiert wie ein wilder die Bibel. Bald werden sie heiraten. Er findet sie echt „nett“, doch unter normalen Umständen würde er sie jetzt noch nicht heiraten. Der arme Kerl, warum genießt er nicht lieber sein Leben? Eine verlorene Seele?! Wie genervt wird der sein, wenn er erst mal anfängt, zu realisieren, was er da alles auf sich genommen hat, um permanenter Inselaffe zu werden?

Die Gerechtigkeit, das Lügen und die Aufrichtigkeit, ich habe hier andauernd was zum Nachdenken. Naiv, gerade in Zeiten, in denen vermeintliche Verbrecher unter dem Jubel weiter Teile der Weltbevölkerung ermordet werden dürfen. Ich glaube gerne weiter fest an den Weltfrieden ...

Von diesen Überlegungen mal abgesehen, unbestreitbar schön ist die Natur hier in Australien.

Best place in the world

Schöne Grüße aus Melbourne!

Saturday, 14 May 2011

Australien und die Flüchtlinge

Das haben sie ja wieder gut hingekriegt die Ozis. Asylsuchende, die hier eintreffen werden fortan, nach einem kurzen Stopp auf Christmas Island, gleich weiter nach Malaysia gesandt. 

Wenn ich es hier nicht immer wieder erleben würde, würde ich das alles gar nicht glauben. Den Einwohnern wird doch immer wieder eingetrichtert, dass Millionen Asylsuchende vor der Haustür Australiens stehen und somit die Sicherheit des Landes bedroht ist.

Die meisten Menschen bitten in USA, Frankreich, Deutschland, Schweden und Kanada um Asyl. Laut UNHCR haben im Jahr 2010 von weltweit insgesamt 358.840 Personen gerade mal 8.580 Menschen in Australien einen Asylantrag gestellt.


Heute Nacht wurde ein Boot vor Broome abgefangen, 32 Asylsuchende an Bord. Und tschüssi, weiter geht die Reise wohl dann nach Malaysia, mit denen hat Australien das so vereinbart. Flüchtlinge sind denen hier so was von egal.

Da hilft es auch nichts, das gestern abend in der Innenstadt von Melbourne um die 30 Demonstranten für die Schließung eines Auffanglagers in Melbourne (Broadmedows) demonstriert haben. War ein trauriger Anblick, der wohl auch das Desinteresse der Bevölkerung bestätigt. Die Regierung benimmt sich voll daneben, schert sich nicht um Menschenrechte und in einer Stadt, in deren Großraum um die drei Millionen Menschen leben, demonstrieren circa 30 gegen Ungerechtigkeit. Toll.


Die Australier sind ja grad im Krieg in Afghanistan und Irak. Wenn die Bewohner dann von dort fliehen und hierher kommen, werden sie hier wie Kriminelle behandelt. Australische Soldaten benehmen sich dort auch wie Kriminelle, in dem sie auf völlig unschuldige Zivilisten Bomben werfen. Wer ist denn jetzt der Verbrecher? Kann man ja so und so auslegen. Ansichtssache. 

photo: www.defence.gov.au
Außerdem, ich kann mir nicht helfen, ich habe den starken Eindruck das die meisten Australier gar nicht so genau wissen was ein Asylsuchender oder Flüchtling überhaupt ist. Ich kann mich ja aber auch total irren, und wenn ich morgen aufwache, stelle ich fest das ich das alles ganz falsch verstanden habe und die hier doch nichts gegen Flüchtlinge haben.

Und das Wetter war auch ziemlich schlecht heute.


Schöne Grüße aus Melbourne!

Thursday, 12 May 2011

Zwei Australier beim Eurovision Song Contest


Zwei Australier, eine Fernsehmoderatorin und ein Radiomoderator, haben sich auf den Weg nach Düsseldorf gemacht, um für australische Fernsehzuschauer vom Ereignis des Jahres, den von allen geliebten Eurovision Song Contest zu berichten. Der Radiomoderator hat bereits verkündet, dass er Stefan Raab doof findet „He is a little bit of a tool“. Ich fand Stefan Raab als Professor Hase unschlagbar.

In den letzten Jahren haben die beiden schon aus Moskau und Oslo berichtet! Und jetzt sind sie in D.dorf dabei.

Die vorgeschlagene Verpflegung für Zuschauer setzt sich wie folgt zusammen. Lamm-Hackfleischröllchen mit Tzatziki aus Griechenland, eingelegte Heringe aus Finnland, Brimsennockerln aus der Slowakei, Bigos aus Litauen und Fleisch und Kartoffeln aus Estland.

Und in eine Tracht sollte man auch reinschlüpfen, dann passt das schon. Da kann ja nichts mehr schief gehen, einer Euro-Party steht somit nichts mehr im Weg.

Schon interessant, trotz Internet und den unzähligen Flugverbindungen zwischen Europa und Oztralien sehen die Australier uns doch als eine Völkergruppe, die ungewöhnliche Spezialitäten isst und in Trachten rumrennt. Komisch.

Das Denkmuster kommt ja dem unseren doch sehr gleich. In zumindest diesem einen Punkt, muss ich es nun mal eingestehen. 

Wir Europäer auf der anderen Seite denken doch auch hier rennen alle  im Regenmantel und Korkenhut rum. Hab allerdings auch echt schon einige damit "entdeckt". 

Meistens Touristen aus Europa in Abenteuerkleidung ...

Professor Hase in Aktion!


Schöne Grüße aus Melbourne!

Wednesday, 11 May 2011

Mungo National Park

Auf den Spuren von Familie Mungo.

Man hat jahrelang seinen Australien Urlaub geplant, alles Mögliche über Schlangen, Giftspinnen, Quallen, das Outback und die Ureinwohner gelesen und gelernt. Perfekt vorbereitet tritt man nun die Reise an. Endlich ist der Tag da. Man überlebt, so Gott will, umständlich mit Stopover in Dubai, Hongkong oder Singapur, das stellt ja schon ein Abenteuer an sich dar, den Flug nach Australien. Angekommen. Ein Traum wird wahr. Schnell jetzt aber zum Great Barrier Reef, nach Sydney und zum Uluru. Das empfehlen ja auch die gängigen Reiseführer und da will man ja auch wirklich nichts verpassen von alledem.

Schließlich ist man ja nicht alle Tage in Australien am anderen Ende der Welt. Oder Down Under, wie Oztralien von vielen so ganz treffend genannt wird. Alles so aufregend. Australien.

Wann geht es denn in den Mungo Nationalpark? Was ist das denn? Wo ist der denn?


Man kann diesen Ort im Eifer des Gefechts schnell übersehen. Und doch ist dieser Nationalpark ein ganz besonderer Ort am Rande des australischen Outbacks in New South Wales gelegen.

Nicht so berühmt wie der Uluru oder das Great Barrier Reef, doch mindestens genau so speziell. Vielleicht ist diese Gegend auch gerade deshalb so traumhaft, weil sich kaum einer hierher verirrt. Hier kann man die Einsamkeit Australiens hautnah und in den meisten Fällen sogar ganz alleine erleben.



Tuesday, 10 May 2011

Gunter Sachs

Auch in Oztralien ein Star. 

Für den internationalen Jetset wird er vor allem eines bleiben, der letzte Playboy, Fotograf, Dokumentarfilmer, Kunstsammler, Unternehmer ...

Hier wurde Gunter Sachs ganz geschmacklos verabschiedet. Die Australier die kennen den wohl überhaupt gar nicht, doch für sie wird er vor allem als Kind eines Nazis in Erinnerung bleiben.

Warum hier heute überhaupt über Gunter Sachs Tod berichtet wurde, ist mir nicht ganz klar.

Oder doch! Nazi Deutschland kommt hier bei allen immer genial an.


Ausserdem, in ein Land mit eher farblosen Bewohnern, passt so eine Nachricht ganz gut rein. Da kann man auch mal wieder Werbung fuer die Freitod-Hotline machen. 

Gunter Sachs rettet die australischen Suizidgefährdeten. Ganz schön gewitzt!

Der arme Gunter Sachs. Zumindest ist sie für einen guten Zweck, diese dumme Meldung!

Call: Lifeline 13 11 14!

Schöne Grüße aus Melbourne!



Saturday, 7 May 2011

Australien. Prügeln und Kraftausdrücke!

Gerne fluchen die Autofahrer in Australien lauthals und zeigen einem den Mittelfinger, wenn sie sich in ihrer eigenen Welt gestört fühlen. Der Einsatz von Schimpfwörtern wird hier sehr leger gehandhabt. Erst gestern fuhr wieder so jemand hinter mir. Nach all den langen fünf Jahren, die ich nun schon hier bin, kann ich mich nicht an so ein Verhalten gewöhnen. Ich bin doch immer wieder schockiert über so Ausbrüche.

Manchmal reichen denen aber noch nicht einmal mehr Kraftausdrücke. Dann hilft nur noch rohe Gewalt, um Gefühle ausdrücken zu können. Erst heute fällt mir wieder auf, wie glücklich ich mich schätzen kann, dass ich bislang immer nur als V*** beschimpft wurde. Das letzte Mal war das, da brauch ich gar nicht lange zu ueberlegen, ... gestern.

Schon einmal stand schon ein Typ brüllend neben meinem Auto auf der Kreuzung. Fenster habe ich schön geschlossen gehalten, bin ja nicht lebensmüde. Der hatte schon rote Adern auf dem Hals und auf der Stirn. Wenn man dann Daumen und Zeigefinger so ein Stückchen entfernt voneinander hochhält, dabei „klein“ sagt, dann werden so Großstadtcowboys noch wütender. Anderes Thema!

Es wird immer wieder in den hiesigen Medien geraten, nicht auszusteigen, oder das Fenster zu öffnen, wenn hysterische Autofahrer sich dem eigenen Pkw nähern.

Eine Dame aus Melbourne, von der man heute in der Zeitung lesen durfte, hat davon wohl leider nie was mitbekommen bislang. Oder sie hat einfach nicht zugehört.

Ein Autofahrer hat sie nämlich verprügelt, als sie an einer Ampel zum Stillstand kamen. Und das, weil sie vorher kilometerlang „innerhalb der Geschwindigkeitsbegrenzung“ vor ihm hergefahren ist.

Als er sie auch noch mit einer Eisenstange verprügeln wollte, kam letztendlich ein Passant zu Hilfe.

Hier wird es echt nie langweilig.

Schöne Grüße aus Melbourne!

Friday, 6 May 2011

Augenzeuge! Alexander aus Deutschland!

Die Menschen sind von jeher auf der Suche ...

Auf der Suche nach einzigartigen Erlebnissen und perfekten Momenten. Leben, Lachen und zufrieden sein!

Viele Leute kehren auf der Suche nach dem genialsten Ort zum Leben ihrer Heimat den Rücken. Im Zuge von immer mehr Möglichkeiten ist dies theoretisch auch ganz einfach und für jeden machbar. Sind wir mal ganz ehrlich, etwas Geld, eine gute Ausbildung, Kontakte und Englischkenntnisse helfen jedoch ungemein bei diesem Vorhaben.

Was man dann daraus macht, hat jeder selbst in der Hand.

Kürzlich habe ich mit Alexander gesprochen, der vor einiger Zeit nach Australien ausgewandert ist, um hier in Melbourne als Ingenieur zu arbeiten. Seitdem er in 2005 hier in Australien Urlaub gemacht hat, war es sein Wunsch hier zu leben und zu arbeiten.

Mit 27 hat er gedacht "jetzt oder nie" und hat Deutschland zunächst den Rücken gekehrt. 

Jetzt will er herausfinden, ob es in Australien wohl so toll ist, wie er es sich vorgestellt hat, wenn man nicht nur zum Urlaub machen hier ist.

Wie lange wohnen Sie schon hier in Australien?

Ca. 14 Monate, obwohl es mir nicht so lange vorkommt.

Wir alle wissen, die Zeit rennt und wir erleben viel. Erinnern Sie sich doch bitte. Was haben Sie gedacht, nachdem Sie Ihren ersten Tag hier verbracht hatten?

Mein Gott bin ich müde. Außerdem hat mir Melbourne (CBD) von Anfang an sehr gefallen. Nichtsdestotrotz wusste ich, dass ich noch viel zu erledigen hab, was die Stimmung ein wenig getrübt hat. Alles in allem war es ein positives Gefühl, in Australien zu sein.

Wie haben Sie die Zeit des Einlebens empfunden, was war während dieser Zeit das schwierigste, was das einfachste?

Das schwierigste war wahrscheinlich sich an die Art und Weise wie hier die Dinge ablaufen zu gewöhnen. Zum Beispiel scheint es schwieriger zu sein einen richtigen Handy-Vertrag zu bekommen als eine Wohnung. Das Einfachste war die Arbeit, denn da wusste ich wenigstens, wie es abläuft.

Der in Australien gültige Urlaubsanspruch von 20 Urlaubstagen pro Jahr (plus Feiertage) beschränkt ungemein! Alleine, wenn man zu berücksichtigen hat, dass ein Flug nach Europa 24 Stunden dauert. Welche Sehenswürdigkeiten hatten Sie die Gelegenheit zu besuchen?

Bis jetzt hab ich mich da (leider) noch ein wenig zurückgehalten. Natürlich gibt es da die klassischen Dinge in der näheren Umgebung wie Great Ocean Road mit den 12 Aposteln oder Philip Island. Ansonsten hab ich mehr die Dinge, die man unternimmt, wie Wasserski in Yarrawonga, mehr in Erinnerung als die Orte. Highlight bis jetzt war mein Urlaub auf Cook Islands, paradiesisch.

Drei in einer. Wie oft fliegen Sie heim, wie oft haben Sie Besuch aus der Heimat, was ist Ihr bestes Hilfsmittel gegen Heimweh?

War bis jetzt noch gar nicht in Deutschland, hab bis jetzt drei Besuche gehabt, wobei die mehr kurz und eher Besuche für meine Freundin waren. Von meiner Familie war bis jetzt noch niemand hier. Heimweh hab ich eigentlich nicht, obwohl man schon manche Dinge vermisst.

Alles total anders hier! Was hat Sie am meisten überrascht?

Das schlechte Wetter im Sommer. Mal im Ernst, eigentlich gab es nicht so eine Riesenüberraschung.

Was lässt sich zum kulturellen Angebot in Australien sagen?

Kommt darauf an, wie man kulturell definiert. Ich definiere das einfach Mal als Freizeitbeschäftigung, da dies für mich eine andere Kultur ist hier in Australien, auch wenn es ähnlich ist. Daher finde ich das Angebot hier recht gut und vielseitig. Ich würde behaupten, dass es hier für jeden das Richtige gibt.

Wenn Australien eine Frau wäre, wie würden Sie sie beschreiben?

Anhand der meist sehr schönen Landschaft würde sie wohl recht gut aussehen, auch wenn sie ein oder zwei Makel hat. Um dies ein wenig auszuführen. Nimmt man die Great Ocean Road als Beispiel kann man sagen, dass Australien als Frau ziemlich schöne Kurven hat. Ansonsten fallen mir Adjektive wie vielseitig, gut gelaunt und lebenslustig ein, welche mehr die Stimmung hier beschreiben.

Hinterher ist man immer schlauer! Was hätten Sie gerne vorher gewusst? Nach so einer langen Zeit, die Sie schon hier leben, kann man Sie ohne Weiteres als Experten bezeichnen. Jetzt bitte noch Ihren Rat für „auswanderungswütige“! Noch irgendwas, was Sie uns unbedingt noch gerne erzählen möchten?

Schwer zu sagen, da es meist recht viele Kleinigkeiten sind und nichts wirklich Großes, was in Erinnerung geblieben ist. Man sollte zu Beginn genug Zeit einrechnen, um eine Wohnung zu finden, bevor man anfängt zu arbeiten, da die Inspektionen der Wohnungen doch recht viel Zeit in Anspruch nimmt und die Ausschreibungen doch oft täuschen.

Ich denke, dass man hier ein Auto braucht, um einfach mehr an Wochenenden machen zu können, daher früh genug nach einem Auto Ausschau halten und sich nicht erschrecken, da Gebrauchtwagen hier recht viel teurer sind als in Deutschland, insbesondere da hier einfach eine höhere Laufleistung vom Fahrzeug erwartet wird.

Wichtig ist auch einfach raus zu gehen und Leute kennenzulernen, dabei kann man auch ruhig so was wie Internetseiten in Anspruch nehmen. Ich hatte mich zunächst dagegen gesträubt, jedoch hab ich dadurch einen guten Freund gefunden, mit dem ich recht viel hier unternehme. Ansonsten macht wohl jeder seine eigenen Erfahrungen, da auch jeder anders mit Dingen umgeht.

Würden Sie wieder nach Australien auswandern?

Ja, keinen Zweifel, obwohl ich mir sicher bin, dass es mich irgendwann wieder nach Deutschland zurücktreiben wird.

Danke sehr! Für Ihre Zukunft wünsche ich Ihnen alles Gute.

Und wer noch mehr Augenzeugen treffen möchte, bitte hier entlang ... Menschen, die hier in Australien wohnen und von ihren Erlebnissen berichten. Wie finden Alyson aus Kanada, Franzi aus Deutschland und Jackie aus England das Leben in Australien?
 
Wer folgende Fragen mit Ja beantworten kann, ist reif für einen Umzug nach Australien. Vielleicht?!

Die Augenzeugenberichte haben mich überzeugt? Ich habe alle 250 fantastischen und ehrlichen Blogeinträge auf „Täglich Neues aus Australien“ genau gelesen? Diese Lektüre hat mich alles andere als abgeschreckt von einem Leben in Australien? Ich kann Englisch? 

Na dann ...

Wenn ich es in den Worten der AustralierInnen sagen darf? 
Achtung, Wortwahl! 


Noch ein Ja? Nachdem ich den Spot gesehen habe, gibt es kein Halten mehr? Zu guter letzt, also nichts wie ab, auf diese Seite. Bei der Australischen Einwanderungsbehörde gibt es alle Informationen, die man braucht.  

Schöne Grüße aus Melbourne!