Thursday, 31 March 2011

Holzhacken, Riesenzucchini und Ferkel

Hier in Victoria gibt es eine echt coole Landwirtschaftsausstellung. Diese Bezeichnung klingt eher uninteressant und abschreckend. Doch es ist bei Weitem nicht so, wie man sich das jetzt vorstellt. Wir wären nicht in Australien, wenn das eine lahme Show wäre. Ganz im Gegenteil. Wie so oft ist alles ganz anders, als man es gewohnt ist oder es sich vorgestellt hat. Wo sonst auf der Welt schafft man es, cool und Landwirtschaftsausstellung in einem Atemzug zu nennen?

Die Landwirtschaftsausstellung findet auf der Mornington Peninsula in unglaublich traumhafter Landschaft statt. Red Hill. Ein bisschen fühlt es sich so an wie „Wir Kinder aus Bullerbü“. Es gibt nur vereinzelt Häuser und dementsprechend wenig Menschen und Autoverkehr.

Grüne sanfte Hügel, Weinberge und Eukalyptusbäume. Das tiefblaue Meer ist auch nicht weit. Die Zeit scheint hier stehen geblieben zu sein. Stehen geblieben ist wohl falsch, alles ist einfach friedlich und freundlich hier. So ganz anders, als man es in der Stadt täglich erlebt.


Einmal im Jahr werden dort die Holzfäller mit den dicksten Oberarmen, die schnellsten Ponys und ihre kleinen ReiterInnen, die Säue mit den meisten Ferkeln, die Küchengärtner mit den dicksten Zucchini, die akrobatischsten Ratten Australiens und die Bauern mit den erfolgreichsten Alpakas ausgezeichnet. Die Stimmung ist sehr entspannt, gemischt mit ein ganz klein wenig Aufregung der Aussteller.

Die Landwirtschaftsausstellung ist ein echt außergewöhnliches Ereignis. Alles, was man hier sieht und findet, macht sie zu einem so bizarren Erlebnis, wie man es selten findet. Dementsprechend vergisst man sie auch nicht so schnell.

Am Ende des Tages laufen alle Gewinner gemeinsam in einer Parade durch das Ausstellungsgelände. 

Sehenswert ...




Schöne Grüße aus Melbourne!

Wednesday, 30 March 2011

Australiens beliebteste Babynamen


Mit einem Namen steht oder fällt der Lebenslauf eines Menschen. Der Name ist ja so eine Art Visitenkarte. So sagen zumindest viele.

Wie nennen eigentlich die Ozis ihre kleinen Babies? Welche Namen sind hier im Land der Kängurus zurzeit voll angesagt? Welche Namen hört man auf den Spielplätzen von Rapid Creek bis Bronte Beach am häufigsten?

Hier die Top Ten der Jungen und Mädchennamen.

Mädchenname
Jungenname
1. Mia

2. Chloe

3. Olivia

4. Isabella

5. Emily

6. Charlotte

7. Ella

8. SiennaSiennaSiennaSienn

8. Sienna
9. Ava

10. Sophie
1. William

2. Jack

3. Joshua

4. Lachlan

5. Thomas

6. Cooper

7. James

8. Oliver

9. Riley

10. Ethan
Schöne Grüße aus Melbourne!




Tuesday, 29 March 2011

Kunst, Design und Mode. Qee in Australien!


Im Moment dreht sich alles um witzig ausschauende Figuren. Ins Leben gerufen von Raymond Choy dem Gründer der Spielzeugfirma Toy2r wurden die Qee Figuren in 2001 in Hongkong. Raymond Choy hat seine Sammelleidenschaft ganz einfach zum Beruf gemacht.
 
Die Figuren aus Hongkong sind mittlerweile fester Teil der Popkultur. Bart Simpson kann man als Qee kaufen und viele bekannte Modemarken haben alle schon eine gestaltet.

Und jetzt haben sich auch australische Modedesigner mal ans Werk gemacht. Diese haben ihre Figuren so gestaltet, dass sie deren jetzige Kollektion widerspiegelt. Das Projekt „mitgestaltet“ haben beispielsweise Alannah Hill, Bettina Liano, Lisa Gorman, Peter Alexander und Sam Wagner von Sambag.


Noch stehen die coolen Figuren zur Schau, in der Einkaufshauptstadt Australiens. In Chadstone! 

Chadstone wird von Einheimischen liebevoll Chaddi (Tschäddi) oder einfach nur Chad (Tschäd) genannt und liegt im Stadtteil Chadstone, 18 Kilometer vom Federation Square in Melbourne.

Hier kann man sich echt all das kaufen, wovon man schon immer geträumt hat. Die Bezeichnung Einkaufshauptstadt ist alles andere als übertrieben. Fürs Entertainment ist auch gesorgt. In den unzähligen Cafés und Fressbuden kann man herrlich die total genervten Gesichter der Brüder oder Partner oder Ehemänner studieren, die dort zu warten haben, bis es wieder heimgeht. Gemein, doch machen wir uns nichts vor, wir alle wissen, dass es stimmt! Alles, was über 45 Minuten hinausgeht ... „Eine Stunde, länger bleib ich nicht“. Schon klar, wer schon dort war, weiß, ein Besuch in Chaddi ist nichts für WarmduscherInnen. Einen Tag sollte man schon einplanen. Chaddi rockt! 

Für die einen ist Chaddi ein Traum und für die anderen schlimmer als eine Fahrt auf der Geisterbahn.


Fans können sich die riesigen kleinen Kerlchen nicht nur ansehen in Chaddi. Wer möchte, kann auch eine mit nach Hause nehmen. Die Figuren können noch bis zum 4. April 2011 ersteigert werden. Der gesamte Erlös wird einer vom Designer vorab ausgesuchten Hilfsorganisation zur Verfügung gestellt.


Jetzt steht einem Ausflug wohl nichts mehr im Wege. Ich bin dann jetzt weg, muss mir die Kunst in Chad ansehen.

 Schöne Grüße aus Melbourne!

Monday, 28 March 2011

Hohe Strafen! Petzen! Australien!


Hier in Australien gibt es ja fast für alles eine Strafe. Egal was es ist, es gibt meistens nicht nur eine schöne, sondern auch eine hohe Strafe dafür. Ganz so, als wäre der Staat ein ganz strenges Elternpaar, das krampfhaft versucht die Kinderchen mit Drohungen unter Kontrolle zu halten. Entweder, weil sie ihnen nichts zutrauen oder weil sie es einfach genial finden, wenn alles so ein ganz klein wenig totalitär abläuft. 

Und die Strafen sind so hoch, dass ich das "streng" hier so empfinde, wie der Bischoff in der Ingmar Bergmann Verfilmung „Fanny und Alexander“ es ist.

Machtmissbrauch ist ja nicht so gut!

Wenn man dann so als Deutsche die auch gerne mal unabhängig denkt, hier reingerät in dieses Land, wenn man also so als Ausländer hierherkommt, fühlt man sich ja dann auch sofort stark überwacht und kontrolliert. Schlagartig bin ich wieder der bockige Teenager. Nicht ganz so bockig, denn mittlerweile muss ich eingestehen, dass ich manchmal gerne auf meine eigenen Eltern höre, aber doch immer noch nicht auf fremde Eltern!

Und nun also zu den Strafen. Alkohol in der Öffentlichkeit getrunken? Strafe zahlen. Hund an einem nicht extra ausgewiesenen Strand Gassi geführt? Strafe zahlen! Der Katze kein Halsband angelegt? Strafe zahlen! Am Strand übernachtet? Strafe zahlen! Gras im Garten höher als 150 Millimeter lang wachsen lassen? Strafe zahlen! Nicht an der Wahl teilgenommen? Strafe zahlen! Strafen kann man hier in jeder Lebenslage bekommen.

Viele Australier bespitzeln sich hier ja ganz gerne und verpetzen sich auch noch viel lieber. Sie verpetzen lieber jemanden, als es ihm ins Gesicht zu sagen. So kann jemand anderes ihr Problem lösen und man kann mit dem, den man angeschwärzt hat, immer noch als Buddy ein Bier trinken gehen. Ist das jetzt „alles Easy“ und „No worries“ oder mangelndes Rückgrat? Kann man so und so sehen. Je nachdem was für Werte man hat.

Petzen. Also genau das, was ich so als Durchschnittsdeutsche voll uncool finde, ist hier ganz normal. „Du bist eine Petze!“, darauf gibt es als Antwort nur, „Ja und?“

Es versteht kaum jemand, wenn man so eine Art „Stasi Verhalten“ abartig findet. Jemanden hier anzuschwärzen ist so normal, wie, ja wie was? Morgens eine Tasse Kaffee zu trinken? Ja, wohl irgendwie so in der Art. Was für traurige Menschen verpetzen andere? Was für noch traurigere Menschen müssen das sein, die darauf hoffen, dass andere wiederum andere verpetzen? Und bei den ganzen Verboten, da gibt es dementsprechend auch eine ganze Menge zu verpetzen. Viele Australier fühlen sich wohl irgendwie moralisch verpflichtet hier in ihrem Land für Ordnung zu sorgen und spielen einfach saugerne den Sheriff. Die meinen es nicht böse, sie sind so aufgewachsen. Ich kann mich da nicht dran gewöhnen.

Australiens Weltansicht ist mein Kulturschock!
Fehlverhalten = verpetzen = Fehlverhalten wird bestraft = ich bin toll!

Heute habe ich in der Zeitung was Aufschlussreiches und Schockierendes gelesen. Klar, ich weiß, dass die hier auf Petzen stehen und auch dazu aufgefordert werden. Doch trotzdem bin ich doch immer wieder geschockt über so ein Denunziantentum. Die Tageszeitung hatte Leser gebeten, sich doch bitte mal „alles von der Seele zu kommentieren“, was sie im Straßenverkehr nervt. Und hier ist mein Liebling von den um die 780 Kommentaren. Was für völlig Verwirrte es doch gibt in diesem Land. Einer hatte eine geniale Idee!

Dazu vorab ein paar Vokabeln.
Dobbing: Verpetzen
Ring them in: Bei der Polizei melden
Pet hate: Lieblingshassobjekt
Hogging: In Beschlag nehmen
Set of lights: Ampel
Credit points: Punkte gutgeschrieben



Aufpassen was man macht, sagt und tut. Der nächste Denunziant ist nie weit weg. Und so denunzieren sie sich alle vollkommen glücklich und zufrieden bis an ihr Lebensende ...

Herrlich, ich war mal wieder schockiert. Und wie bestellt hat heute die Sonne geschienen und der Himmel war knallblau. Routine in Australien.

Schöne Grüße aus Melbourne! 

Sunday, 27 March 2011

Hautnah! Formel Eins in Melbourne!

So hört sich das an, wenn man in Melbourne 700 Meter von der Formel Eins Strecke entfernt wohnt ... gestern beim Qualifying aufgenommen.

Ob sich Sebastian Vettel da gerade in die Pole Position reinfährt?

Zum heutigen Rennen sind die Wetterbedingungen einfach nur fantastisch hier in Melbourne. Strahlend blauer Himmel! 



Schöne Grüße aus Melbourne!

Saturday, 26 March 2011

"Soceroos" gegen "die Mannschaft"

Gerade eben lese ich, dass die Soceroos am Dienstag gegen die Mannschaft spielen. Ist ja genial. Gegen welche Mannschaft denn? Gegen die Mannschaft eben. Kennt man doch.

„Die Mannschaft“. So heißt die deutsche Nationalmannschaft hier in Australien ganz offensichtlich. 

 „Qantas Socceroos Trainer Holger Osieck bestimmte heute seinen Kader für das bevorstehende internationale Freundschaftsspiel gegen die deutsche Nationalfußballmannschaft „Die Mannschaft" im Borussia-Park in Mönchengladbach am Dienstag 29.03.2011". 



Der Trainer der Socceroos kommt ja aus Deutschland, er ist der Ex-Assistent des Kaisers. Oho! Aber ... das ist ja ein ganz anderes Thema.
 
Unterhalten sich denn Trainer und Mannschaft nicht? Die Kommunikation scheint etwas gestört zu sein. Kann der Trainer denn nicht erklären, passt mal auf Jungs, „die Mannschaft“ ist eigentlich kein Name. Übersetzen wir „the team“ in die Sprache des Landes, aus dem ich komme, Deutschland, wird daraus "die Mannschaft". Nicht schwer, oder? Vielleicht waren die aber einfach so mit dem Trainieren beschäftigt, da blieb wohl wenig bis gar keine Zeit für ein paar Worte.

Nur mal so jetzt. Die Socceroos wissen auch, wie es sich anfühlt zu gewinnen, denn sie haben im Halbfinale des Asien Cup gegen Usbekistan 6:0 gewonnen. Das Finale hat dann aber Japan für sich entschieden.

Also am Dienstag wünsche ich dann allen, die die Möglichkeit haben, das Spiel der Socceroos gegen „Die Mannschaft“ zu gucken, viel Spaß. Hier wird es ja nicht übertragen. Warum auch? "Die Frau" kann nicht alles haben.

Schöne Grüße aus Melbourne!

Wednesday, 23 March 2011

Formel Eins in Melbourne!


Ich höre gerade, am Schreibtisch sitzend, den Formel Eins Fahrern beim Training am Albert Park Lake zu! Aufregend! Katze hingegen sieht es ganz anders. Sie ist nicht gerade begeistert von dem GEKREISCHE ....

Die Tage der Formel Eins in Melbourne könnten gezählt sein, der Bürgermeister und viele andere haben da echt keine Lust mehr drauf auf diesen Zirkus. Zu teuer für die Stadt. Und zu laut. Außerdem, wenn das Rennen weltweit im Fernsehen übertragen wird, wird doch nie was von Melbourne gezeigt, bis halt auf die Rennstrecke. Die Australier würden das sicherlich lieber so wie „Ein Kessel Buntes, heute aus Melbourne“ gestalten.

Aufregend, die ganze Zeit höre ich gerade im Moment die Rennwagen umhersausen. Juchu, cool.

Seit 16 Jahren findet das Rennen jetzt hier schon statt. Und seit diesem ersten Jahr nehmen die Besucherzahlen stetig ab. Kann ich verstehen, das ist doch hier auch einfach keine Rennfahrernation, irgendwie. Das beste Beispiel dafür durfte ich am letzten Wochenende erleben, als zu Werbezwecken eine Brücke gesperrt wurde damit der australische F1 Fahrer mit seinem Rennwagen "rüberbrettern" durfte. Mit 100 km/h. Ich glaub die raffen das hier nicht mit dem Motorsport.

Kapstadt, Südafrika hat sich ja gerade im Januar als Austragungsort beworben. Bernie Ecclestone soll begeistert sein, aus welchen Gründen auch immer der alte Racker das jetzt gut findet, doch vielleicht auch, weil er dort lieber hinfliegt, geht ja auch viel schneller. Hier glänzt er regelmäßig durch Abwesenheit, so beschweren sich die schmollenden Lokalzeitungen.

Ich genieße den Lärm, solange ich das hier noch kann.

Das ist jetzt eine ganz klein wenig ungewöhnliche Art der Übertragung, doch Brrrrrrrrrrrruuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuummmmmmmmm, da sind sie wieder ...


Schöne Grüße aus Melbourne!



Tuesday, 22 March 2011

Australischer Surffilm "First Love"

Hier surft ja jeder in Australien, das weiß die ganze Welt. Stimmt doch gar gar gar nicht. Viele haben Angst vor Wasser, vor Haien, vor Wellen, vor der Strömung und was weiß ich noch alles. Frauen geben auch oft vor, sich nicht die Haare nass machen zu wollen. Oh Oh! Doch so denken die drei Mädels in dem australischen Surffilm „First Love“ ganz und gar nicht.

„In First Love geht es um Liebe, Freundschaft und Träume. Der Film folgt dem Leben von drei leidenschaftlichen jungen Mädchen aus Phillip Island und dokumentiert ihre Reise nach Hawaii - der erste Schritt auf ihrem Weg zu professionellen Surferinnen.


Die 17-jährige Jess Laing ist mit ihren beiden Freundinnen Nikki van Dijk und India Payne und dem gemeinsamen Surfen aufgewachsen. Sie alle werden gesponsert, surfen die gleichen Breaks und leben zehn Minuten voneinander entfernt. Die Mädchen sind zwar unterschiedlich in ihrer Art, aber eins ist sicher, sie alle lieben die gleiche Sache.

Als Jess verletzt wird, ändert sich alles. Ihre Reise nach Hawaii muss einer Operation, Genesung und Reha weichen. Nur ihre Liebe zum Surfen lässt sie durchhalten.

Erleben Sie durch die Augen der drei Mädchen die Irrungen und Wirrungen der Ausbildung, der Wettbewerbe und Verletzungen während des Lebens auf der Tour. Magisches Filmmaterial und herausragende Fotografie. First Love wird eine ganze Generation von weiblichen Surferinnen überraschen, unterhalten und inspirieren“.

Hört sich aufregend an! Deshalb am Besten jetzt hier und sofort 
den Trailer anschauen. First Love ...


Und wer sich jetzt inspiriert fühlt und dem der Film nicht genug ist, also für diejenigen, die auch gerne surfen lernen möchten und das sogar auch noch auf Philip Island, Victoria, die gehen jetzt bitte hier entlang. 

Surft Ihr auch schon, seitdem Ihr vier Jahre alt seid? Wäret Ihr auch gerne einE Pro SurferIn oder möchtet Ihr Euch lieber nicht die Haare nass machen? Oder seht Ihr Euch einfach irgendwo mittendrin?

Schöne Grüße aus Melbourne!



photos: First Love The Film

Monday, 21 March 2011

Von Melbourne für ein paar Stunden nach Paris

Jedes Jahr im März, April kann man von Australien aus spielend leicht auf Kurzurlaub nach Europa. Um genau zu sein, nach Frankreich. Für ein paar Stunden nach Paris oder Marseille. Ein Traum. Man fühlt sich so viel besser danach. Wie geht das denn?

Spaziergänge durch Paris und knallgelbe Rapsfelder

Die Thrombosestrümpfe kann man getrost daheim lassen, denn man braucht noch nicht einmal ein Flugzeug zu besteigen, sondern fliegt nur in Gedanken ganz weit weg. Ganz ohne viel Aufwand kauft man sich Karten für das French Film Festival und schon geht die Reise los. Auf dem Programm stehen 46 Kurzurlaube zur Auswahl. Die fantasielosen werden wohl lieber eher Filme sagen. In diesem Jahr spielen sie hier vor jedem Film einen Song von Mélanie Pain, Cent Mille Fois. Und bevor ich auch nur ein Stück Film gesehen habe, fühle ich mich sofort an „Hunderte von Tausenden“ Frankreich-Momenten erinnert. Spaziergänge durch Paris und auch an sattgrüne Hügel, knallgelbe Rapsfelder und eisgekühlten Cidre in der Normandie. Geht ja grad nicht und lang ist es auch noch her.

Eine sexy Rothaarige

Es sind aber nicht nur die Reiseziele. Man trifft auch auf andere Frankreichurlauber. Die fantasielosen werden wohl lieber Filme und Kinobesucher sagen. Mich spricht eine sexy Rothaarige plus französischem Akzent an. Der Film nimmt sie so mit, also wirklich, wie soll das denn weitergehen da in Frankreich, die Situation mit den Flüchtlingen läuft ja völlig aus dem Ruder. Sie ist ergriffen, außer sich und, so was bin ich hier gar nicht mehr gewohnt, sie will wissen, was ich davon halte. Ich finde mich mitten in einem Gespräch über Politik wieder und das ganz schamlos in aller Öffentlichkeit. Ach die Europäer, die sind immer alle so direkt und haben auch noch zu allem eine eigene Meinung. Wäre ich nicht selber eine, würde ich es mit der Angst zu tun kriegen.

Was für ein Trip. Ich komme aus dem Kino und sehe am blauen Himmel einen weißen Kakadu. Australien hat mich wieder. Und Europa? Zum Glück gibt es das French Film Festival und „Es bleibet dabei: Die Gedanken sind frei!“


Schöne Grüße aus Melbourne!

Sunday, 20 March 2011

Prinz William zu Besuch in Australien

Der englische Prinz ist gerade zu Besuch in Australien. 

Wie im Märchen, ein echter Prinz. Kreisch. Er ist hier zu Besuch bei den Opfern der Überschwemmungen. Alle freuen sich. Laut Protokoll wird gewünscht ihn zunächst erst mal als seine Königliche Hoheit anzusprechen, doch danach sei auch Prinz William o.k.

Begrüßt wurde er in den betroffenen Gebieten von erfreuten Anwohnern und ganz viel Regen.





Schöne Grüße aus Melbourne!



photos Danielle Smith

Thursday, 17 March 2011

Mein Maserati fährt 210

Ich mache mir nichts aus Autos. Ja, sie bedeuten mir einfach nichts. Solange sie cool aussehen und schnell sind, bin ich voll und ganz zufrieden.

Nun konnte ich mir hier in Australien einen meiner ganz großen Träume verwirklichen. Und das geschah so ungeplant, so unverhofft, so aus dem Nichts heraus. Nie hätte ich mir so etwas träumen lassen.

Auf einer Hauptstraße befand ich mich, als es passierte. Das Verkehrsaufkommen, in dem ich mich wiederfand, war so etwas weniger als fließend. Die Geschwindigkeitsbegrenzung lag bei 60 km/h. Wie immer fuhren alle mit den ordnungsgemäßen 55 km/h umher. Denn, wie jeder hier in Australien weiß, ist es besser, wenn man immer 5 km/h langsamer als vorgeschrieben fährt. „You better wipe 5 off“. Der Grund erschließt sich einem nicht, wenn man Zugereist ist.

Rote Ampel. Wir halten alle an. Links und rechts von mir stoppt jeweils ein Mercedes. Die Fahrerinnen der Wagen tragen beide Sonnenbrillen, so groß, Paris Hilton würde mit ihrer ganz mickrig erscheinen. Die Ampel springt auf Grün, ich fahre los und lasse die beiden „Tussis“ weit hinter mir. Die anderen folgen, kurz bevor die Ampel wieder auf Rot springt. Normal.

Schon bald nähere ich mich der nächsten Ampel. All die, die es da nicht geschafft haben, ihren Wagen bei der letzten Grünphase noch über die Kreuzung zu bewegen, stehen noch immer geduldig davor. Ich stelle mich hinten an. Und was steht da direkt vor mir? Ein Maserati Gran Turismo.

Die Ampel springt auf Grün und ... ich fahre dem Maserati beinahe hinten rein, denn dieser fährt nicht los. Erst nach den paar Sekunden, die der Fahrer wohl braucht, um zu verarbeiten, dass jetzt Grün ist und er weiterfahren muss. Hallo? Normalerweise ist der Wagen in 4,6 Sekunden von Null auf 100 km/h. Doch, selbst wenn er erst mit drei Sekunden Verspätung losfährt, ist er immerhin noch in 7,6 Sekunden von Null auf, ach lassen wir das. So schnell darf man hier eh nicht fahren und Schnarchhans lässt sich nicht nur Zeit beim Anfahren, nein er tuckert dann auch noch mit ‚unrasanten‘ 40 km/h vor mir her. 

Vielleicht hat er Angst den Wagen kaputtzumachen? Warum fährt er denn nicht? Vielleicht will er sparen und vernünftig sein? Nicht zu glauben. Ich denke an Deutschland, die NDW, Markus und daran, dass er das wohl ebenso wenig wie ich verstehen würde, der wollte doch immer Spaß haben mit seinem Maserati. Noch weiß ich nicht, dass ich geradewegs in einen der coolsten Momente meiner Führerscheinkarriere reinfahre. Ich denke nicht drüber nach und schwups, eine ganz unschuldige Handbewegung. Ich mache Lichthupe. Huch. Ich habe Lichthupe hinter einem Maserati gemacht. Was für ein Gefühl das ist. Ich bin glücklich und setze zum Überholen an, denn, Schnarchhans fährt immer noch nicht so richtig. Im Rückspiegel sehe ich wie er versucht seinen Maserati auf (ich bin fast sicher) 55 km/h zu beschleunigen, doch er wird von einem anderen sich auch in Trance befindenden Fahrer, welcher einfach auf seine Spur rüber fährt und ihm in die Quere kommt, ausgebremst. Ich empfinde tiefes Mitleid. Ja, er tut mir leid, der Maserati.

Wie gesagt, ich mach mir nichts aus Autos. Doch einen Maserati mit Lichthupe zum Fahren zu bewegen. Fantastisch. Danke Australien, ein Traum, den ich nie hatte, wurde wahr.



Schöne Grüße aus Melbourne!

Tuesday, 15 March 2011

Weihnachtspost ist endlich angekommen!

Heute ist die Weihnachtspost endlich angekommen. Hurra! Und trotzdem hab ich mich nicht darüber gefreut. Die war nämlich gar nicht an mich. Ich war der Absender. Ein typischer Fall von „Return to Sender“ also.

Die Karte habe ich am 16. Dezember 2010 an einen Verwandten in Deutschland abgesandt. Seit heute weiß ich erst, der hat sie nie bekommen. Der Angestellte auf dem Postamt hier in der Innenstadt von Melbourne war zuversichtlich, dass meine Postkarte rechtzeitig zu Weihnachten beim Empfänger eintreffen wird und steckte sie fröhlich vor sich hin pfeifend in seinen Postsack.

Ein Brief nach Europa ist ‚normalerweise‘ so um die drei bis zehn Werktage unterwegs. Doch, wer oder was ist schon normal?

Die Postverbindung zwischen Europa und Australien ist in jedem Fall immer für eine Überraschung gut und eine Herausforderung für beide Seiten. Manchmal geht alles ganz flott und manchmal dauert es so lange, da vergisst man auch schon mal, dass man etwas versandt hat oder auf irgendetwas wartet. Wie oft habe ich jetzt schon Mitte Februar verbeulte Weihnachtsschoko aus Deutschland gegessen? Schoki die im Paket geschmolzen ist und wieder hart geworden, weil die in der Quarantäne wieder alle Schnüffelhunde im Einsatz hatten und das Paket nicht schneller abfertigen konnten. Doch, man ist ja jedes Mal auch so dankbar, dass das Paket überhaupt noch angekommen ist, dass man über die Verzögerung sowieso geflissentlich hinwegsieht.

90 Tage, auf den Tag genau, war meine Postkarte nun unterwegs. Return to Sender. Auf meiner Postkarte klebt nun ein Aufkleber, Anschrift nicht zu ermitteln. Irgendwie hab ich Mitleid, mit dem hilflos herumirrenden Postboten der frenetisch versuchte so kurz vor Weihnachten, bei eisiger Kälte und wohl auch noch bei Glatteis meine Postkarte zuzustellen. Erfolglos. Ich wünsche ihm von ganzem Herzen, dass sie ihm später hoffentlich wenigstens ‚er hat sich stets bemüht‘ in sein Arbeitszeugnis schreiben. Und jetzt ist sie seit heute wieder zurück hier bei mir in Melbourne die Postkarte. Die wird was erlebt haben in der Zwischenzeit. Wer weiß, wo die wohl überall war. Drei Monate lang unterwegs. Wahnsinnstrip für so eine kleine Postkarte.

Puh, bin ich erleichtert, ich wunderte mich seit Monaten, warum der Empfänger sich nicht bedankt hat für meine Weihnachtspost. „Return to Sender“, ein Glück! Der Postbote vom Elvis hat das Rücksenden innerhalb eines Tages hingekriegt. War wohl eine andere Strecke, eine kürzere, nehme ich an.


Schöne Grüße aus Melbourne!

Monday, 14 March 2011

In den Labour Day tanzt keiner rein

Tag der Arbeit, 1. Mai! Kennt und liebt ja jeder. Den Abend vorher, den „Tanz in den Mai“, ganz besonders. Und der 1. Mai, über den freut sich ja auch jeder, denn er bedeutet Feiertag. Und das ist immer gut.

In Australien ist das alles mal wieder ganz anders. Heute ist der 14. März und heute ist „Tag der Arbeit“. In den tanzt hier niemand offiziell rein und einen mit Krepp- oder Seidenpapier verzierten Maibaum unterm Fenster, den kann man hier vergeblich suchen, auf ihn wird man ganz einfach vergebens warten.

Ist der Mangel an Brauchtum erst mal verschmerzt und hat man sich mal wieder mit einer weiteren unglücklichen Situation abgefunden, ist der Labour Day im März genau so toll wie gehabt. Denn auch hier in Australien ist er ein Feiertag.

Heute ist „Labour Day“. Einigen können die sich hier nur selten, die unterschiedlichen Staaten. Um ganz genau zu sein, muss ich deshalb auch sagen, heute ist Labour Day, in Victoria und Tasmanien.

Der Labour Day wird auch hier in Australien gefeiert, um die Bemühungen der Arbeiterbewegung zu würdigen. Acht Stunden arbeiten, acht Stunden Freizeitvergnügen und acht Stunden schlafen.

Tag der Arbeit 2011:

Perth / W.A. - 7. März 2011
Melbourne / Vic. - 14. März
Hobart / Tas. - 14. März 2011 (Eight Hours Day)
Brisbane / Qld. - 2. Mai 2011
Sydney / N.S.W.- 3. Oktober 2011
Adelaide / S.A. - 3. Oktober 2011
Canberra / A.C.T. - 3. Oktober 2011
Darwin / N.T. - 1. Mai (May Day)

Am Abend des „Labour Day“ findet meistens ein Feuerwerk statt. Wer Feuerwerk liebt, sollte schnellstmöglich die lokale Zeitung checken. Gute Idee und viel Spaß ...

Schöne Grüße aus Melbourne!

Saturday, 12 March 2011

Australiens beste Tourismusattraktionen 2011 stehen fest. „Australien Hall of Fame“

Australiens Fachleute der Tourismusbranche haben aus 1.000 Vorschlägen die 26. genialsten ausgewählt und ausgezeichnet. Das war sicher nicht einfach, bei dem Angebot. Jetzt sind die Sieger in der „Australien Hall of Fame“ zu finden. 

Mit der nachfolgenden von Branchenkennern getroffenen Auswahl steht einem perfekten Australien Urlaub garantiert nichts mehr im Wege. Was gibt es Schöneres, als sich auf den Weg zu machen? Und so eine kleine Liste, die kann doch sehr hilfreich sein.

Ganz einfach der jeweiligen von mir hinterlegten Verlinkung zum Anbieter folgen, um mehr Infos zu finden. Achtung: Man kann locker einen ganzen Tag versurfen ...

Australiens Bester/Bestes/Beste: 

Werbespot "Nothing Beats Queensland"

Da möchte man doch am liebsten gleich los ... diejenigen, die noch nicht dort sind.

Wo gefällt es Euch in Queensland am Besten? Queensland ist traumhaft. Was ist Euer Geheimtipp? Ein Ort, den jeder gesehen haben sollte? Was soll man unbedingt unternehmen? Was soll man unbedingt essen oder trinken? Wo soll man unbedingt mal lang fahren?

Die Queensländer haben sich von den Katastrophen der letzten Sommermonate nicht unterkriegen lassen. Was macht Queensland für Euch unschlagbar?


Schöne Grüße aus Melbourne!

Friday, 11 March 2011

Plagiatsaffäre in Australien

Australien hat jetzt auch eine eigene kleine Plagiatsaffäre. Übrigens sind Plagiatsaffären hier allerdings Chefsache oder genauer gesagt ... Chefinnen-Sache. 

Nur das es hier gar keine Plagiatsaffäre ist. Sind doch alle viel zu stolz auf ihre Premierministerin, die sich mit den ganz Mächtigen der Welt trifft. Dabei pflegt sie, denen auch noch verdammt schöne Dinge zu sagen.

Und das war so.

Es begab sich aber zu einer Zeit, da machte sich die Premierministerin von Australien auf den Weg in die USA (vor ein paar Tagen). Julia Gillard spricht vor dem amerikanischen Kongress in Washington, fast niemand geht hin. Aber man kann ja auch dunkel gekleidete Statisten einladen, die freundlicherweise die unbesetzten Stühle füllen. Zugegen war aber beispielsweise der Senator von Arizona, USA. John McCain. Auch toll. 

Die Premierministerin Julia Gillard versprach, den USA als Freund zur Seite zu stehen. Sie erklärte ausdrücklich, wie wichtig die Freundschaft zwischen Amerika und Australien ist, gerade jetzt, da doch die Asien-Pazifik-Region immer wichtiger wird. Zusammenstehen, in Kriegs- wie auch in Friedenszeiten. Ja, das hört sich eher nach „Weiter so in Afghanistan“ anstatt Abziehen der Truppen an.

 
Quelle: John McCain FB
Krieg und töten wird ja hier total locker gehandelt. Was muss, das muss. Die sind da nicht so zögerlich und zimperlich, wie wir es ja gerne in Deutschland sind. Eher sehr unbefangen. Ganz so wie in Amiland auch. Auf einer Presse Konferenz dankte John McCain der australischen Premierministerin auch noch dafür, dass australische Einheiten ihm im Vietnam Krieg zur Seite gestanden haben. Im Vietnamkrieg kamen, laut John McCain 521 australische Soldaten ums Leben. Julia Gillard hat dann noch eine Vietnam-Gedenkstätte besucht. Die Politiker beider Länder waren mehr als glücklich, dass ihre Staaten über so einzigartige Kampftruppen verfügen. 

Ich hätte gerne dem „Das waren noch Zeiten, als wir die unzähligen Bomben auf Vietnam geworfen haben und die Herbizide erst mal, das war auch ein echter Brüller damals ... „ gelauscht. So oder ähnlich werden derartige Unterhaltungen doch ablaufen.


Jetzt aber zur Mini-Oz-Plagiatsaffäre. In ihrer Rede ehrte Frau Gillard auch das 60 jährige Bestehen des ANZUS Abkommens, ein Militärabkommen, welches Australien und die USA verbindet. Ach ja und Neuseeland doch auch. AustralienNewZealandUnitedStatesofAmerica Abkommen wäre natürlich doch etwas lang. Also deshalb ANZUS. Neuseeland übrigens hatte aber schon vor Jahren keine Lust mehr auf einen Pakt mit USA und ist jetzt draußen. Schluss! Aus! Und so heißt der Pakt jetzt auch „Aus-Pakt“. Stimmt nicht, der Name ANZUS wurde einfach beibehalten, denn man kann ja auch mal neun gerade sein lassen.

Also zurück nach Amiland. Da adressiert die Julia Gillard, Premierministerin von Australien den schlecht besuchten amerikanischen Kongress aus dem Nähkästchen plaudernd, wie folgt.

''I firmly believe you are the same people who amazed me, when I was a small girl, by landing on the moon. On that great day, I believed Americans could do anything, I believe that still. You can do anything.''

Ihre Stimme war ganz wackelig, so als müsse sie gleich anfangen zu weinen. Gespannt wartete ich sie auch noch YES YOU CAN sagen zu hören ... Diese Peinlichkeit hat sie sich und ihrem Volk aber leider erspart.

In 2005, wieder USA. Der Bono ist ja Rocksänger. Bei einem seiner Konzerte forderte er alle auf der Welt auf, den Kampf gegen die Armut anzutreten. Die USA können so abgefahrene Dinge wie die Mondlandung meistern, dann doch wohl auch die Armut in der Welt bekämpfen.

“When I was a boy, my first impression of America, was a man walking on the moon. … I thought these Americans are mad, they are mad. But I thought what can this country do, what can these people do when they put their mind to it its incredible”.

Das Briefing Julia Gillards an ihren Redenschreiber wird so ausgesehen haben. "Ich möchte mich als selbstbewusst jedoch gleichzeitig als Person mit Herz verkaufen. Wie können wir das dem Kongress vermitteln? Was habe andere berühmte und beliebte Menschen in der Vergangenheit Positives über Amerika von sich gegeben? Bitte eine Auswahl bis zum Rebriefing am Dienstag zusammentragen."

Der australische Redenschreiber hat richtig gut recherchiert. So stieß er auf Bono und die Mondlandung. Bei Bono kam es voll cool rüber, da hat er sich gedacht, das wird wohl auch was für unsere Julia sein. 

Kann man denn da nicht mal was Originelleres verfassen als Redenschreiber für die Premierministerin von Australien? Zumindest haben sie kein AC/DC gespielt, als sie sich hinters Rednerpult gestellt hat. Doch das hätte ja wenigstens gepasst, denn die kommen ja aus Ozland. Und It's a Long Way to the Top hätte gepasst.



Und jetzt? Wie geht es weiter? Michelle Obama hat der Julia Gillard wohl schon geflüstert, dass sie gerne mal nach Oz zu Besuch kommen möchte. Doch es hängt jetzt gar nicht von ihr ab (Barack Obama, bitte, bitte, bitte). Doch Footy durfte die Julia Gillard in Washington schon spielen. Ist doch ein Anfang.

Und Barack Obama? Er findet Vegemite, den Lieblings-Hefebrotaufstrich aller Australier, entsetzlich.

Es bleibt spannend. Schafft Australien den Sprung auf die Weltbühne? Und wenn, wird Obama dann Vegemite verbieten?

Schöne Grüße aus Melbourne!