Thursday 30 September 2010

Attacke und Bahn frei. Barmah Forest Virus & Würfelquallen!

Das Ross River Fieber oder das Irukandji Syndrom kann man sich hier beides einfangen in Australien! Was ist das denn schon wieder? Hat man denn in Australien nie seine Ruhe?

Wieder einmal ist der Regen an allem Schuld. Im Großraum Darwin sind riesige Schwärme von Mücken unterwegs, denn der starke Niederschlag bot ihnen die optimalen Brutbedingungen. Die umher surrenden Gesellen nerven! Doch nicht nur das, zudem können sie auch noch den Barmah Forest Virus und den Ross River Virus tragen.

Den Barmah Forest Virus gibt es wahrhaftig nur in Australien. Gekennzeichnet ist die Erkrankung von Unwohlsein, Fieber, Hautjucken und Gelenkschmerzen. Nach ein paar Tagen verschwinden das Unwohlsein und das Fieber wieder, doch können das Hautjucken und die Gelenkschmerzen noch bis zu sechs Monaten anhalten. 1974 wurde der Barmah Forest Virus in Victoria gefunden. Leider hat man bislang nicht allzu viel über die daraus entstehende Erkrankung in Erfahrung bringen können.

Ähnlich verhält es sich mit dem Ross River Virus. Die aufgrund des Virus ausbrechende Ross River Fieber kann in Australien, in Papua Neu Guinea und auf den Südpazifischen Inseln vorkommen. Von der Tropenkrankheit Betroffene haben für bis zu einem Monat mit Gelenkschmerzen, Muskelschmerzen, Müdigkeit, Kopfschmerz, Fieber und Hautjucken zu kämpfen.

Ansteckend ist weder die eine noch die andere Erkrankung und übertragen werden können sie nur von Moskitos. Anhand eines Bluttest lässt sich feststellen, ob die Mücke den Virus übertragen hat. Jeder, der Symptome an sich feststellt, sollte schnurstracks einen Arzt aufsuchen.

Impfstoffe gibt es in beiden Fällen nicht, doch kann man einiges tun, um sich vor einer etwaigen Erkrankung zu schützen. Mangrovengebiete meiden, Socken, helle Kleidung, die Arme und Beine bedeckt, tragen. In der Morgendämmerung und Abendstunden im Haus bleiben und nach Sonnenuntergang ein Antimückenspray mit 20 Prozent DEET nutzen. DEET, das ist ein Diethyltoluamid, ein chemisches Insektenabwehrmittel. Bevor man das anwendet, sollte man kurz Infos beim Apotheker einholen!

Die im Norden Australiens am stärksten betroffenen Gebiete sind:
- Darwin: Leanyer, Brinkin, Buffalo Creek, Malak, Tiwi, Lee Point, Karama, Holmes Jungle.
- Palmerston: Mitchell Creek, Brookings Creek, Hudson Creek.
- Ländliche Gebiete: Noogoo Creek, Millners Swamp, Howard Swamp, Knuckey's Lagoon, Robertson Barracks, Howard Springs.
- Gezeitenabhängige Gebiete: Daly River, Adelaide River, Mary River, Alligators River, Roper River.
- Inland: Jabiru, Adelaide River, Katherine.

Piloten haben bereits 224 Hektar über Sümpfen in Leanyer, Holmes Jungle and Mickett's Creek mit Gift besprüht. Doch es ist nicht einfach den richtigen Zeitpunkt zu erwischen. Das Gift wird nur von den Larven gefressen. Sobald diese verpuppt sind, ist es zu spät. Wissenschaftler nehmen ständig Wasserproben in den gefährdeten Gebieten, um sicher zu sein, dass das Gift auch seine Wirkung zeigt.

Als wären die Milliarden Mücken noch nicht genug. Die "Stinger Saison" hat im Norden auch bereits begonnen. Normalerweise geht diese von Oktober bis Mai. Doch aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit haben auch die Würfelquallen sich prächtig vermehrt. Einmal mit den Tentakeln der Qualle in Berührung gekommen, kann man in weniger als zwanzig Minuten tot sein. Da kann man nichts anderes machen, als von nun an bis Mai nicht mehr im Meer schwimmen zu gehen und ganz genau Warnhinweise von Behörden und Einheimischen zu befolgen. Romantische Spaziergänge an der Wasserkante sollten in den Monaten, die in die Regenzeit fallen, ebenfalls tabu sein. Selbst wenn man dort jetzt gerade nicht im Meer baden gehen kann, bleibt es doch trotzdem noch genau so schön wie im Paradies.

Hält man sich für unsterblich, ist man ganz einfach nur dumm oder mal wieder schlauer als alle Einheimischen zusammen und sollte man trotz aller Warnungen doch mit den Viechern in Berührung kommen, flugs Essig drauf und sofort ab zum nächsten Arzt oder Krankenhaus. Vielleicht kann da noch was gemacht werden?!

Und bitte vor einer Reise in die Gegend noch mal ganz genau über alles informieren. Dann klappt das auch mit dem Überleben!

Hier ein kleiner Würfelquallen-Beitrag!



Schöne Grüße aus Melbourne!

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