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Wednesday, 15 January 2014

Australien wartet auf den Cold Change


Gestern Abend freuten sich unzählige, als fette Regentropfen auf die Blechdächer fielen. Bei der Hitze gibt es keinen süßeren Sound. Auf das Dach prasselnde Regentropfen: Himmel ist dass herrlich. Die Sensation, die von diesem Sound ausgeht, kann man nur nachvollziehen, wenn man schon mal monatelang am Stück ohne Regen auszukommen hatte. So wie es noch vor einigen Jahren in Melbourne während der Dürre der Fall war.

Seit dem gestrigen Gewitter toben in Australien mehr als 250 Buschfeuer. Im Süden und Westen von Australien wird weiter geschwitzt. Die große Frage ist, wann die Hitzewelle mit Temperaturen von bis zu 44 Grad Celsius ein Ende hat und der ersehnte Cold Change (Temperaturabfall) einsetzt.

Hättet ihr Lust bei dem Wetter Tennis zu spielen? Wäre es nicht sinnvoll, die ganze Sache abzubrechen, bis es kühler wird? Andy Murray hat bereits Bedenken geäußert, er befürchtet die Spielerinnen und Spieler bekommen einen Herzinfarkt. Dass erinnert mich an Niki Lauda, der seine Bedenken hatte bei Regen zu fahren und dann doch fahren musste. Daraufhin hatte er den schrecklichen Unfall. Hab ich im Film Rush gesehen. Richtig, ich kenn die Welt, ich war im Kino. Übrigens spielt in dem Film der Australier Chris Hemsworth mit. Sex on legs. Er hat sicherlich auch einen tollen Charakter und deshalb kann ich mir sehr gut vorstellen, mit ihm eine Spritztour in einem Rennwagen zu machen.

Zurück zu Andy Murray und der Hitze. Recht hat er. Die meisten Menschen stöhnen doch schon, wenn sie bei dem Wetter im Büro sitzen, mit der Tram fahren oder am Strand liegen sollen ...

Ich freue mich auf alle Antworten.

Schöne Grüße


Friday, 1 November 2013

Die Alkoholgesetze in Australien


Ganz früher wurden in Australien die Strafgefangenen mit Rum entlohnt.  Dementsprechend wurden Unmengen Alkohol getrunken. Diese Zeiten gehören lange der Vergangenheit an. Der Konsum von Alkohol unterliegt in Australien heute strengen Regelungen und Gesetzen.

Als ich erst kurze Zeit in Australien lebte, stand ich vor der Festival Hall in Melbourne, um mein erstes Konzert in meiner neuen Heimat zu besuchen. Vor der Halle hingen unzählige Schilder, die ankündigten, dass es ohne Identitätsnachweis keinen Eintritt in die Halle gibt. Je näher ich dem Eingang rückte, um so verzweifelter wurde ich, denn ich hatte nichts dabei, um mich auszuweisen. Ich fragte zwei Jungs, die in der Schlange hinter mir standen, ob die Türsteher mich wirklich nicht reinlassen werden, wenn ich meinen Ausweis nicht vorzeigen kann. Die Beiden guckten mich erstaunt an und erwiderten lachend “Das bezweifeln wir stark.“ Blitzartig wurde mir klar, was mit den Schildern gemeint war, wie peinlich war das denn? Zumindest habe ich damit ein Erlebnis, über das ich noch heute gerne lache.

Grober Überblick: Alkoholgesetze Australien

Sunday, 2 December 2012

Australien. Nicht braun? Urlaub war NIX?


Oh man, guck mal, wie die aussehen, total gebräunt, oh mein Gott, das sind sicher Touristen aus Europa. Erschreckend ...“

Den beiden Mädchen in Schuluniform, die neben mir in der Straßenbahn stehen und aufgeregt auf zwei Frauen, die auf der gegenüberliegenden Straßenseite entlang laufen, zeigen, kann ich nur zustimmen. Die meisten mit gebräunter Haut sind

Friday, 30 November 2012

Australien. Hautkrebs


Hautkrebs. Unterschieden werden der weiße und der schwarze Hautkrebs. Bei zwei von drei Australiern wird bis zum Alter von 70 Jahren Hautkrebs diagnostiziert. Am schwarzen Hautkrebs erkranken jährlich mehr als 10.000 Menschen. Die Fünf-Jahres-Überlebensrate bei dem malignen Melanom liegt bei der männlichen Bevölkerung bei 90% und bei den Frauen bei 94%. Am weißen Hautkrebs erkranken jährlich um die

Sunday, 21 October 2012

Australien. Pink Ribbon Day 2012

Rosa Schleife - Pink Ribbon
Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen in Australien und die Pink Ribbon ist auch in Australien ein Symbol der Solidarität mit von Brustkrebs betroffenen Frauen.

Brustkrebs-Fakten:

Bis zum Alter von 85 Jahren wird jede achte Frauen mit Brustkrebs diagnostiziert werden. Jährlich erkranken in Australien 13.500 Frauen und um die 110 Männer an Brustkrebs. In Deutschland sind es laut der Deutschen Krebshilfe 74.000 Frauen.

Brustkrebsfrüherkennung in Australien

Frauen im Alter von 50-70 Jahren wird alle zwei Jahre ein Mammografie-Screening empfohlen, diese Untersuchung steht jedoch auch schon Frauen ab 40 Jahren zur Verfügung. Jüngere Frauen mit hohem Risiko können sich zur Früherkennung einem bildgebenden Verfahren zur Darstellung der Gewebestrukturen (MRI) unterziehen.

Pink Ribbon Initiative in Australien

Die Pink Ribbon Initiative informiert Frauen aller Altersstufen über gesundheitliche Fragen, unterstützt die Brustkrebsvorsorge und hilft erkrankten Frauen. In 2012 will die Krebsgesellschaft mit dem Pink Ribbon Day über AUD 5.000.000 beschaffen.

Sozialmarketingprogramme in Australien. Was können die Bürger machen?

P wie: Party Bei der Krebsgesellschaft als Gastgeber registrieren und Freundinnen zu sich nach Hause einladen. Der Betrag, den man an einem Abend in der Stadt ausgeben würde, wird gemeinsam an die Krebsgesellschaft gespendet. Es versteht sich von selbst, dass sich dabei alle in Pink kleiden und Lebensmittel und Getränke mit Lebensmittelfarbe rosa gefärbt werden.

I wie: Initiative ergreifen und die Krebsgesellschaft ehrenamtlich bei der Event-Verwaltung unterstützen.

N wie: Niemanden vergessen. Pink Ribbon Day Produkte, wie Teddybären, Schlüsselanhänger, Kugelschreiber, Kofferanhänger oder Einkaufstaschen in einem schönen kräftigen Pink kaufen und diese an Freunde, Familie oder Kollegen verkaufen.

K wie: Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Bei der Arbeit oder in der Schule eine Pink Ribbon Fundraiser-Veranstaltung organisieren.

Der Pink Ribbon Day findet in Australien in diesem Jahr am 22. Oktober statt, selbstverständlich darf man die Krebsgesellschaft auch das ganze Jahr über mit Mitteln unterstützen. Ganz wichtig ist es vor allen Dingen, dass Frauen sich und ihre Umgebung mehr über das Thema Brustkrebs informieren.

Pink Ribbon Day Deutschland und Pink Ribbon Day Australien. 

Schöne Grüße aus Melbourne!

Monday, 13 February 2012

Australien. Send a kiss … Eierstockkrebs

Diesen Beitrag widme ich Renate. 

Eierstockkrebs. Richtige Frühsymptome gibt es in der Regel nicht, die Krankheit verursacht anfangs kaum Beschwerden. Beim Ovarialkarzinom wachsen Zellen der Eierstöcke unkontrolliert. Es bilden sich bösartige Tumoren, die das umgebende Gewebe zerstören. Laut Informationen von Ovarian Cancer Australia erkranken in Australien jährlich 1.200 Frauen an Eierstockkrebs und laut der Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie der Deutschen Krebsgesellschaft erkranken in Deutschland jedes Jahr rund 8.000 Frauen an Eierstockkrebs.

Mögliche Anzeichen 

Druck im Unterbauch, verbunden mit Übelkeit. Häufige Müdigkeit/Erschöpfung. Zwischenblutungen. Manchmal nimmt der Bauchumfang zu, gleichzeitig Gewichtsverlust. Blasenbeschwerden.

Kuss versenden

Die Non-Profit-Organisation Ovarian Cancer Australia, bei der, wie der Name verrät, keine Gewinnerzielungsabsicht im Vordergrund steht, fordert auf, Frauen zum Valentinstag einen virtuellen KUSS via Facebook zu senden. Mit diesem Engagement rufen sie das Thema Eierstockkrebs ins Bewusstsein der Frauen und ermuntern, auf die frühen Zeichen von Eierstockkrebs, Ovarialkarzinom, zu achten. Hervorragende Idee.

Sofort einen K.I.S.S. verschicken

Allen anderen Lesern wünsche ich gesund zu bleiben.

Schöne Grüsse aus Melbourne!

Friday, 30 December 2011

Krankheiten die in Australien zu beachten sind



Heute am Strand. Wasser sieht nicht gesund aus. Einige wenige Badesüchtige vergnügen sich in den gelbbraunen Fluten, während andere wiederum stundenlang mit dem Jetski durch die Brühe sausen. An Tagen wie diesen, eine Warnung bezüglich der Wasserqualität wurde ausgesprochen, darf man zumindest die Hoffnung hegen, dass die Lärmverursacher zur Strafe für ihr nerviges Verhalten Durchfall bekommen ... Das ist so negativ, trotz Sonnenschein, ja, irgendwas ist immer. Durchfall vom Wassermotorradfahren? Der vorletzte Nachmittag im Jahr ist vorbei.

Schöne Grüße aus Melbourne!

Thursday, 1 December 2011

Welt-Aidstag!

Heute ist Welt-Aidstag. Weltweit leben viele Menschen mit AIDS und dem HI-Virus. 

Die jährliche Zahl der neuen HIV-Diagnosen in Australien lag in den letzten vier Jahren bei rund 1.000 Fällen. Im Jahr 2009 wurden insgesamt 1.049 Neuinfektionen in Australien diagnostiziert. 

Als Zeichen der Solidarität erinnere ich daran und trage gerne eine rote Schleife!


Schöne Grüße aus Melbourne!

Monday, 28 November 2011

Australien! Impfen! Was muss muss!


Gerade heute Morgen greife ich zum Telefon, um bei der Ärztin meines Vertrauens einen Termin für eine Tetanus-Impfung zu vereinbaren. Die letzte Impfung hatte ich vor zehn Jahren, als ich von einem Fahrrad angefahren wurde, in Deutschland, bei den ganzen Fahrradfahrenden ist das möglich.

Ja, ich bin Deutsche, und sobald jemand auch nur das Wort Impfen ausspricht, setzt bei mir dieser Reflex ein, sofort den Impfnutzen analysieren zu müssen. In Deutschland und vielleicht auch anderswo wird doch ständig diskutiert, ob das Impfen nun eine sinnvolle Sache ist oder eher genau das Gegenteil. Es gibt so viele Impfgegner, wie es wohl auch Befürworter gibt. In Australien wird eher selten diskutiert. Hier handelt die Regierung einfach so, wie es ihr passt, und zwar so ...

Australien. Das Register für Immunisierung

Quelle: Herbert Grönemeyer Cover
Familien müssen nun ihre Kinder vollständig geimpft haben, um die derzeitigen AU$ 726 pro Kind Steuervorteil zu erhalten.

Die Immunisierung ist die sicherste und effektivste Weg, einen guten Schutz gegen eine Krankheit zu haben. Die Impfung schützt, durch eine Verringerung der Ausbreitung von Krankheiten, nicht nur Individuen, sondern auch andere in der Gemeinschaft. Die Erhöhung der Immunität in der Gemeinde schützt diejenigen, die aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden können oder weil sie zu jung sind.

Die Impfraten in Australien sind derzeit laut Protokoll sehr hoch und entsprechend niedrig sind die Raten der durch Impfung vermeidbaren Krankheiten. Doch es gibt sie noch. Zum Beispiel gab es im Jahr 2010 in Australien 66 Fälle von Masern bei Kindern unter 10 Jahren, eine Krankheit, die schwerwiegende Folgen bis hin zum Tod haben kann. Die meisten Familien immunisieren ihre Kinder, aber manche Kinder werden nicht wie empfohlen rechtzeitig in Übereinstimmung mit dem Nationalen Immunisierung Programm geimpft, so riskieren sie die Gesundheit ihres Kindes und die Gesundheit von anderen Kindern.

Die australische Regierung wird allen Familien, die betroffen sind, schreiben, um die Änderungen zu erklären und aufzuzeigen, welche Impfungen ihre Kinder benötigen. Familien haben sicherzustellen, dass ihre Kinder alle aufgeführten Impfungen erhalten.

Das Amt für Familienhilfe prüft am Ende des Geschäftsjahres anhand des australischen Immunisierungs-Registers, ob ein Kind als vollständig immunisiert gilt. Dies geschieht, nachdem die Eltern ihre Steuererklärung einreichen. Quelle: Austral. Gesundheitsamt.

Masern-Nachmittage für alle

Ist das die Höhe, dass die Gesetzgebung das einfach so festlegt und man als Bürger nicht einmal selbst entscheiden darf? Irgendwie gar nicht angenehm, so unmündig behandelt zu werden. Doch andererseits, es ist auch nicht schön, wenn Bürger durch fahrlässiges Handeln, sprich durch Impf-Verweigerung, andere gefährden. Doch macht Impfen denn überhaupt Sinn? Fragen und Gewissensbisse haben beim Thema impfen wohl viele. Versucht man hier Mitmenschen in derartige Überlegungen zu verwickeln, dann erntet man nur ungläubiges Kopfschütteln „über was Du alles so nachdenkst“.

Ich denke an Deutschland und stelle mir vor, wie es wäre, würde die Impfpflicht eingeführt. Stuttgart-21 würde sicherlich verblassen angesichts der heraufbeschworenen Protestwelle, die sich durch ganz Deutschland ziehen würde. Verletzung des Grundgesetzes, kommt nicht so gut an in Deutschland. Vor mir sehe ich all die Familien mit Plakaten auf Plätzen in allen Gemeinden Deutschlands aufmarschieren. Die Impfgegner stehen mit bemalten Plakaten „Masern-Nachmittage für alle. I LIKE“ der Fraktion der Impfbefürworter „Schluckimpfung ist süß, Kinderlähmung ist bitter“ gegenüber.

Und hier? Alles geht seinen gewohnten Gang, denn hier in Australien denkt die Regierung mal wieder für alle mit. Und das finden die Oztralier anscheinend sogar richtig gut so.

Schöne Grüße aus Melbourne!

Saturday, 13 August 2011

Australien und Penaten Creme!

Penaten Creme bei Amazon

Es gibt wohl kaum einen Babypopo in Deutschland der Penaten Creme nicht kennt. 

Penaten, die Haut- und Wundschutzcreme für Säuglinge und Kleinkinder, erfunden von Herrn Dr. Max Riese! Man kann sie auch sonst bei allerhand anwenden, trockene Haut, gerötete Schnupfennase, Pickelchen. Und billig ist sie auch noch, Töpfchen so um die 2 EUR. 

Nur nicht in Australien, dass hab ich gerade in der Apotheke gelernt ....

Penaten Creme in Australien

 Schöne Grüße aus Melbourne!



Friday, 17 June 2011

Australien! In der Schwarzwalklinik?

Krank sein ist nie schön, die Aussage kann ich noch toppen, es ist erst recht nicht schön, wenn man in Australien lebt. Wie es der Zufall will, musste ich in den letzten Jahren öfter mal zum Arzt. Das Leben ist nun einmal kein Ponyhof.

Als Patientin fühlte ich mich hier noch nie ausreichend betreut. Das Pflegepersonal ist immer freundlich, da kann ich nichts anderes behaupten und das australische Gesundheitssystem hat man eigentlich auch relativ schnell verstanden. Es bietet bis jedoch auf den einen riesigen Vorteil, der spottbilligen Krankenversicherung, nicht viel. So billig, wie die Versorgung ist, fällt sie auch aus. 

Die bürokratischen Hürden die ich hier als Patientin zu nehmen habe sind „hoch“ und scheinen oftmals unüberwindbar. Nicht ungewöhnlich das man als Patient auf eine nötige Untersuchung schon mal einige Wochen zu warten und dann auch noch vier verschiedene Ärzte zu besuchen hat, die nicht ausreichend miteinander kommunizieren und dementsprechend unschlüssig handeln. Unkoordiniert ist da noch milde ausgedrückt. Die sind relaxt in diesem Land, auch die Ärzte. Ab und an fiel mir nur ein Wort ein, beim betreten eines Untersuchungsraums in verschiedenen Krankenhäusern, „Schlampenstube“.

Extremer Unterhaltungswert. Das Gute ist, man wird immer ausgesprochen abwechslungsreich unterhalten, beim Arztbesuch in Australien. Ich habe bei Ärzten Auftritte erlebt ... da verlangen andere Künstler Geld für eine Eintrittskarte!

So wie einmal bei einer Hausärztin, ich hatte mich unter einer dicken Decke zu verstecken nur, damit sie mir ihre Schreibtischlampe unter eben dieselbe stellte, um mich untersuchen zu können. Sie hat mir auch von ihren deutschen Ahnen erzählt und dass sie der Meinung ist, dass alle deutschen Hypochonder sind.

Geht auch sonst vieles drunter und drüber beim Arzt, beim Thema Hinweis-Schild, lassen sie sich nicht lumpen. Denn beim Arzt da sollte ja schon alles seine Ordnung haben! Oder nicht? In Australien wird man nicht alleine gelassen. Köstlich! Würden sie diese Energie bloß in die Beratung ihrer Patienten stecken!

Warnschilderwald in Arztpraxis
Oder ein anderer. „Keine Sorge, mit der Kondition können sie locker noch zehn Jahre ohne Probleme leben, die Ärzte in Deutschland sind da doch gar nicht mehr auf dem neusten Stand“. In einem so jungen Land sind zehn Jahre natürlich eine Ewigkeit.

Präventivmedizin scheint ein auch eher unbekanntes Konzept zu sein und meine Hausärztin reagiert jedes Mal mit Unverständnis, wenn sie mal meinen Blutdruck messen soll. Sie versteht das nicht, denn ich hatte doch noch gar keinen Schlaganfall. Gesundheits-Check-ups? Was ist das denn? Bevor sie mal ein Blutbild anlegt, müssen wir fast einen Ringkampf ausfechten.

Man munkelt, dass es auch besser ist, wenn man nicht auf Notfallhilfe angewiesen ist. In den letzten sechs Monaten des Jahres 2010 warteten 958 Menschen mehr als einen Tag auf eine Notfallbehandlung.

Beim Arztbesuch sollte man immer schön aufpassen und nur gut informiert einen Arzt aufsuchen!

Melbourne. Patientin geht zum Arzt, Heuschnupfen geplagt. Der nette Herr verschreibt ihr gleich auch ein paar Injektionen gegen ihr Leiden. Sie geht zur Apotheke, um sich dort das verschriebene Medikament zu besorgen, nimmt das Medikament entgegen und sucht wieder ihren Arzt auf. Der zeigte sich zunächst ganz klein wenig verwundert über das Aussehen des Produktes, um sicherzugehen, fragt er noch mal bei dem Apotheker nach. Der bestätigt ihm, der Patientin das richtige Produkt mit auf den Weg gegeben zu haben. Er zögert nicht mehr und injiziert der Patientin das Medikament.

Die Patientin klagt gegenüber dem Arzt in der nächsten Zeit über Verwirrtheit, Atembeschwerden und Krämpfe in ihren Beinen. Der Arzt beruhigt seine Patientin, die Beschwerden seien lediglich eine milde Reaktion auf die Injektion. Dumm gelaufen. Das war leider nicht das Medikament, das er der Patientin verschrieben hatte. Der Patientin hatte er nun ein Medikament gegen Schizophrenie verabreicht, um sie von ihrem Heuschnupfen zu befreien. Der Hausarzt hatte der Patientin Kenacort für ihren Heuschnupfen verschrieben. Diese bekam in der Apotheke Modecate ausgehändigt. Kenacort ist ein synthetisches Kortikosteroid und wird hier gegen Allergien angewandt. Modecate, Wirkstoff Fluphenazin wird bei Schizophrenie angewandt. Der Fehler wurde eine Woche später, als die Patientin in der gleichen Klinik von einem anderen Arzt behandelt wurde, entdeckt.

Das erinnerte mich an die Situation, als mir meine Hausärztin ein Medikament verschrieben hat, welches in dieser Form in Europa und England für diese besagte Erkrankung nicht mehr genutzt wird. "Studien haben ergeben, bla bla bla ...". Sie war mehr als wütend, als ich mit der Info wieder in der Praxis auftauchte. Nach einem weiteren Ringkampf hat sie mir was anderes verschrieben. In all den Jahren habe ich hier noch nicht einen Arzt gesprochen, der es mochte, wenn man als Patient nachfragt oder etwas genauer wissen möchte.

Denke ich an Deutschland zurück, fällt mir spontan nur ein Arzt ein, der mir mal  totalen Unsinn mit auf den Weg gegeben hat. Beim letzten Besuch, vor meiner Abreise nach Oz, erzählte ich ihm, dass ich die eine oder andere Sorge hinsichtlich der gesundheitlichen Versorgung in Australien hege. „Da können sie ganz beruhigt sein, die jeweiligen aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse sind auch dort bekannt“.

Ich traue hier niemanden und google alles, bevor ich zum Arzt gehe. Ist alles andere als angenehm, man möchte sich ja eigentlich auf den Arzt verlassen können. In der Schwarzwalklinik würde es so was nicht geben. Der Dr. Brinkmann sollte hier mal dem einen oder anderen auf den Zahn fühlen.

Dr. Brinkman über medizinische Fähigkeiten!

Schöne Grüße aus Melbourne!


Friday, 26 November 2010

Neue Krankheit in Melbourne entdeckt!

Hier regnet es zurzeit so viel, da bekommen manche Leute Asthma von. „Gewitter-Asthma“, neuer Trend?

Was die hier ‚viel’ Regen nennen, ist für deutsche Verhältnisse ‚es regnet ab und an mal’. Aber, als störend empfinde ich es noch lange nicht. Herrlich.

Letztens beim Grillfest erzählte doch tatsächlich jemand, dass alle Straßenfeste in seinem Vorort abgesagt werden mussten und dass alle Anwohner deswegen ganz doll enttäuscht sind. Auf meine Frage, warum die Feste abgesagt wurden, sah er mich verblüfft an. So als könne ich drei und vier nicht aufaddieren. „Wegen den starken Regenfällen der letzten Wochen.“ Hier werden also ganze Veranstaltungen abgesagt, wegen Regenschauern? Er fuhr aufgebracht fort „Wie will man denn da auch ‚Face painting’ machen, bei dem Regen? Und Kunstgegenstände kann dabei ja auch niemand verkaufen!“

Man, da kann man ja jetzt sofort schon wieder alle Weihnachtsmärkte in Deutschland schließen. Stell Dir vor, es ist Weihnachtsmarkt und keiner geht hin! Sehr unwahrscheinlich. Weihnachtsmarkt-Fans davon abzubringen, Kunst aus dem Erzgebirge zu kaufen, dass ist doch fast so als würde man einen Raucher davon überzeugen wollen, das man vom Rauchen Krebs bekommt. Nämlich unmöglich. Da müssen wohl schon andere Geschütze aufgefahren werden, als lediglich ein paar Regentropfen.

Die sind hier etwas zarter besaitet, was den Regen anbelangt. Die Krankenhäuser sind voll mit über Atemprobleme klagende Patienten. Starker Pollenflug im Mix mit einem Gewitter und schon hat man den Salat. Aufpassen! „Gewitter-Asthma“.

Schöne Grüße aus Melbourne!

Thursday, 25 November 2010

Wer-kann-am-lautesten-Schreien-Wettbewerb!

Protestieren gegen Gewalt an Frauen! White Ribbon Day! Ein Blick auf den Kalender verrät es uns, heute ist der 25. November. In 1999 erklärten die Vereinten Nationen den 25. November zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen. Gekämpft wird für die Beseitigung jeder Form von Gewalt gegen Frauen. Heute trägt hier in Australien jeder mit Rang und Namen, eine kleine weiße Schleife zur Schau.


Einfach mal drüber nachdenken und wie immer, nicht wegsehen, wenn gerade irgendwer misshandelt wird. Ist doch schon ein Anfang, den jeder machen kann. Jeder kann was unternehmen. Deshalb kommen jetzt auch ein paar erschreckende Fakten zum Thema Gewalt gegen Frauen in Australien, basierend auf nationalen Umfragen, in Zusammenarbeit mit dem Institut für Kriminologie.

40% sind seit dem 15. Lebensjahr Opfer einer Gewalttat geworden
33% waren Opfer unangebrachter Kommentare über ihren Köper und ihr Sexleben
29% waren Opfer körperlicher Gewalt
25% waren Opfer ungewollter sexueller Berührung
19% wurde nachgestellt (Stalking)
17% waren Opfer sexueller Gewalt
16% haben Gewalt durch einen derzeitigen oder früheren Partner erfahren

Wie wird hier in Australien gegen die Beseitigung jeder Form von Gewalt gegen Frauen gekämpft? Was machen die Ozis denn so, um auf den White Ribbon Day aufmerksam zu machen? Sie informieren, marschieren und schreien. Seht selbst!

NSW
Was: Kunstausstellung “Not Violent, Not Silent”
Wo: Sydney’s Pine St Gallery. 64 Pine Street, Chippendale

Was: Public Swearing Ceremony mit anschließendem Frühstück. Männer legen einen Eid ab, “I swear. Never to commit, never to excuse, and never to remain silent about violence against women”
Wo: NSW Parliament House

Victoria
Was: White Ribbon lunch
Wo: Town Hall, Melbourne

Was: Not One More. Musik! Männer legen einen Eid ab! Wer-kann-am-lautesten-Schreien-Wettbewerb!
Wo: Federation Square, Melbourne

ACT
Was: Frühstück
Wo: Civic Square, Canberra

Queensland
Was: One Just World. Forum gegen Gewalt gegen Frauen
Wo: Brisbane. State Library

Südaustralien
Was: Frühstück in Adelaide
Wo: Banquet Room, Adelaide Festival Centre

Northern Territory
Was: Stopp-die-Gewalt-Strassen-Marsch and Rallye
Wo: Anzac Oval, Alice Springs

Westaustralien
Was: Marsch gegen Gewalt
Wo: Kingsbury Park, Kalgoorlie

Was: Konferenz. White Ribbon Day Domestic and Family Violence
Wo: Alfred Cove

Tasmanien
Was: “Say No to Violence against Women”. Helfer verteilen Infomaterial! Gemeinsames Schreien von „Nein zu Gewalt!“
Wo: Glenorchy

 


 
Schöne Grüße aus Melbourne! 

Tuesday, 23 November 2010

Das Gesundheitssystem in Australien!

So, nach kurzer Zeit in einer neuen Stadt kennt man die Supermärkte, Bars, Cafés und Bushaltestellen. Man gewöhnt sich langsam ein und wird entspannter. Sogar ein paar Leute hat man schon kennengelernt. Alles scheint in bester Ordnung. War ja gar nicht so schwer, der Umzug nach Oz. Irgendwann bekommt man aber ganz sicher die ersten Zahnschmerzen, Schnupfen oder Rückenverspannungen. Mist, jetzt muss man zum Arzt. Wie wir alle wissen, taugt auch die beste Krankheit nichts. Und zack, wird man aufs Neue daran erinnert, dass man ja eigentlich gar nicht hierher gehört. Noch nicht so ganz richtig zumindest. Vor einem steht eines der größten Abenteuer Australiens. Arztbesuch und alles Drumherum!


Selbstbehalt-Tarife, Prämientarife (Beitragsrückgewähr-Tarife), Bonustarif, Kostenerstattungs-Tarif, Spezialtarif für chronisch Erkrankte, Krankengeld-Wahltarif. Möglichkeiten über Möglichkeiten gibt es hier, wie mittlerweile ja sogar auch in Deutschland.

Jeder Arbeitnehmer zahlt monatlich einkommensabhängig in die gesetzliche Pflicht-Krankenversicherung "Medicare" ein. Medicare ist eine staatliche finanzierte Krankenkasse mit rund 6.000 Mitarbeitern und ungefähr 21 Millionen Mitgliedern. Nur wer Staatsangehöriger ist (Oz und Neuseeland) oder über die permanente Aufenthaltsgenehmigung verfügt, partizipiert auch davon. Alle anderen hier Lebenden zahlen ein und bekommen den Betrag beim Lohnsteuerjahresausgleich zurück erstattet.

Grober Überblick, was deckt Medicare ab, was nicht

Mit Medicare abgedeckt sind. Arztbesuche, Röntgenbilder, Bluttests, Augentests, Operationen, Krankenhausaufenthalt in einem öffentlichen Krankenhaus.

Nicht abgedeckt sind: Aufenthalt im Privatkrankenhaus, Zahncheck, Krankenwagentransport, Heimkrankenschwester, Physiotherapie, Chiropraktik, Fußorthopädie, Ergotherapie, Brillen- und Kontaktlinsen, Hörgeräte, Prothesen, Medikamente, im Ausland entstandene Krankenhauskosten, unnötiger medizinischer Service (z.B. Schönheits-OPs).

Zunächst zahlt man für alle Leistungen in der Arztpraxis oder im Krankenhaus aus eigener Tasche. Man ist für die Leistungserbringer quasi ein Privatpatient. Medicare erstattet nach Einreichen der Rechnung einen Teil der Kosten, den Rest übernimmt der Patient selber. Neuerdings kann man sogar aber auch schon bei manchen Ärzten sofort mit Medicare abrechnen.

Für die Leistungen, die von Medicare nicht abgedeckt sind, gibt es zusätzliche Privatversicherungen. Da gibt es unendlich viele Optionen. Und wohl jede Person, die man fragt, hat da so ihre eigenen Vorstellungen. Im Falle eines Krankenhausaufenthalts kann man sich beispielsweise entscheiden, Leistungen bis zu einer bestimmten Summe selbst zu bezahlen. Oder, wenn man ein Jahr lang nicht so viel aufwendet, bekommt man eine Bonuszahlung. Einfach aktuell recherchieren in der kleinen überschaubaren Welt des Internets in Australien.

Gewöhnungsbedürftig ist es, bei den Ärzten nach den entstehenden Kosten zu fragen, denn natürlich berechnen alle unterschiedliche Sätze. Je nach Stadtteil und "Glam-Faktor"! Eine Konsultation, zehn Minuten, kostet um die AUD 60. AUD 32 bekommt man von Medicare erstattet (Plusminus ein oder zwei AUD). Findet man einen Arzt, der nur AUD 35 berechnet, hat man keinen Eigenanteil. Es fällt verdammt leicht nach dem Preis für ein Paar Schuhe zu fragen, doch nach dem Preis für eine Darmspiegelung ist schon etwas ungewohnt. Wer möchte kleinlich erscheinen? "Weil ich es mir nicht Wert bin?" Man gewöhnt sich an alles.

Wir merken uns Regel Nr. 1, bevor hier irgendwer Hand anlegt, immer erst die Kostenfrage klären. Wenn man im Krankenhaus ist, vor jeder Tätigkeit den Arzt fragen, ob diese von irgendeiner Krankenkasse übernommen wird (Privatversicherung oder Medicare). Jede Behandlung oder Anwendung, jeder Test muss einer Nummer zugeordnet werden können. Hat diese keine Nummer, gibt es auch nichts erstattet. Eine Endabrechnung im Krankenhaus sieht interessant aus. Herr Doktor Miller hat ihnen die Hand geschüttelt, das macht xxx AUD, Herr Dr Meyer hat sie in Narkose versetzt, das macht xxx AUD, Herr Dr Smith hat sie operiert, das macht xxx AUD usw.

Klar, medizinisches Personal wird jetzt denken, ist doch in Deutschland auch so. Für die, die das alles schon wussten, ist doch supi! Herzlichen Glückwunsch den Schlaubergern dieser Welt. Ich gehörte leider zu den Unwissenden und musste durch die harte Schule des Lebens.

Viel Erfolg beim Eruieren der richtigen Krankenversicherung und beim ersten Arztbesuch in Australien! Kopf hoch, wird schon werden. Man wächst ja auch an den Aufgaben.

Wenn man irgendwann so gut wie alles verstanden hat, wird man feststellen, dass die medizinische Versorgung hier viel günstiger als in Deutschland ist. Ob sie besser ist? Wer weiß das schon. Optimistisch, wie ich bin, tröste ich mich damit, dass hier viele Menschen fidel herumlaufen.

Jetzt muss man nur noch einen guten Arzt finden. 

Schöne Grüße aus Melbourne!